Dyson Spot+Scrub Ai im Test: Endlich Wischen – aber zum Dyson-Preis

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Dyson und die Saugroboter, das war bisher eine Geschichte voller Missverständnisse. Wer die bisherigen Modelle probiert hat, der weiß, wovon ich spreche. Die Saugleistung war dort nie wirklich ein Problem, aber die Teile waren immer mit ordentlich Kompromissen und Eigenheiten verbunden. Mit dem neuen Spot+Scrub Ai versuchen es die Briten jetzt erneut und bringen einen Roboter auf den Markt der erstmals sowohl ein Saug- als auch ein Wischroboter mit Selbstentleerung, Selbstreinigung ist. Ob das klappt, habe ich für euch unter die Lupe genommen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Karton ist entsprechend groß. Drin stecken der Roboter selbst, die Dockingstation, die Seitenbürsten (die erst einzuklicken sind) sowie die üblichen Unterlagen. Was fehlt ist ein Fläschchen Reinigungsmittel, da möchte Dyson separat Geld verdienen. Das Unternehmen gibt in der Anleitung direkt an, dass man welches in den Wassertank geben soll. Bei einem Gerät in dieser Preisklasse hätte ich das zumindest symbolisch im Lieferumfang erwartet. Kleine Geste, große Wirkung.

Die Dockingstation ist ein ziemlicher Klotz. 44 cm breit, 50 cm tief und 45,5 cm hoch. Das steht jetzt im Wohnzimmer und will gesehen werden, ob man will oder nicht. Im Vergleich zu manchen chinesischen Mitbewerbern fehlt ihr außerdem das gewisse Etwas in puncto Design. Dyson-Produkte haben normalerweise diesen unverkennbaren Effekt. Der ist zwar da, aber irgendwie dich auf der Strecke geblieben. Alles in schwarzem Kunststoff, funktional, aber nicht besonders aufregend.

Einrichtung

Die Einrichtung läuft über die Dyson-App, die es für iOS und Android gibt. Das Hinzufügen des Geräts geht schnell von der Hand, der Roboter verbindet sich mit dem WLAN und fährt anschließend einen Kartierungsdurchlauf. In meinem Durchlauf hat er alle Türen etc. sauber erkannt. Man kann aber auch in der App nachjustieren. Die App selbst sieht gut aus und ist stabil. Allerdings fehlt mir an einigen Stellen die Logik, besonders beim Bearbeiten der Karte und beim Zuweisen von Räumen.

Wer schon mal eine Roborock- oder Dreame-App benutzt hat, wird sich hier etwas weniger zu Hause fühlen. Dass erkannte Hindernisse nur als orangefarbener Kegel auf der Karte erscheinen, und zwar ohne Beschriftung oder Foto, ist ebenfalls schade. Der Roboter soll laut Dyson bis zu 200 verschiedene Objekte erkennen. Dann wäre es schön, wenn er zumindest versuchen würde zu raten, was er da gesehen hat. Das können andere inzwischen besser. Immerhin gibt es keine seitenweise Einstellungsmenüs, wie man sie von manchen Konkurrenten kennt. Dyson traut dem Gerät also zu, seinen Job selbst zu machen.

Verarbeitung und Design

Der Roboter selbst misst 37,3 cm im Durchmesser und ist 11 cm hoch. Damit kommt er unter die meisten Möbelstücke. Das Gewicht von 6,6 kg merkt man, wenn man ihn hochhebt, aber im Alltag ist das eher irrelevant. Das typische Dyson-Design ist noch erkennbar. die lila und roten Akzente an den Seitenbürsten und am Wischmodul erinnern an die Akkusauger. Der durchsichtige Staubbehälter in der Station ist dagegen Geschmackssache. Bei einem Handstaubsauger im Schrank praktisch, aber wer den Roboter in der Küche oder sonstwo stehen hat, guckt beim Frühstück direkt in einen Behälter voller Staub und Haare. Ich hätte das lieber nicht.

Die Dockingstation beherbergt einen 4-Liter-Staubbehälter, je einen 2-Liter-Tank für sauberes und schmutziges Wasser sowie den Lader. Das Wischmodul wird nach jedem Durchlauf mit warmem Wasser gereinigt und dann getrocknet. Das funktioniert wirklich gut. Nach mehreren Wochen Nutzung sieht das Mopp-Pad nahezu neuwertig aus. Beutellos ist übrigens ein echtes Argument. Wer schon mal versucht hat, den richtigen Ersatzbeutel für seinen Saugroboter zu bestellen, weiß, was ich meine. Hier entleert man einfach den Behälter in den Hausmüll – so wie bei jedem anderen Dyson auch.

Ein Punkt an die Katzenbesitzer: Die Staubehälter (sowohl im Robo als auch in der Station) sind so designt, dass man sie mit einem einfachen Druck entkoppeln kann. Ich habe zwei der Leisetreter im Haus, die den Roboter natürlich interessant finden, auf den Robo oder die Station springen und so weiter. Da ist es nicht nur ein Mal im Test vorgekommen, dass der Behälter der Station auf dem Boden lag und der Behälter im Roboter lose im Gerät stand. Unschön…

Saugperformance

Die Saugkraft wird mit bis zu 18.000 Pa angegeben. Das ist ordentlich, auch wenn der Vorgänger noch mit 22.000 Pa auftrumpfte. Der Kompromiss dürfte dem Wischsystem geschuldet sein, denn alles will ja irgendwo Platz haben. Auf Hartboden liefert der Spot+Scrub Ai sehr gute Ergebnisse. Besonders positiv fiel auf, dass er die Saugkraft automatisch erhöht, wenn er Schmutz erkennt, und gleichzeitig die Seitenbürsten verlangsamt, damit kein Krümelchaos entsteht. Das ist ein Detail, das man nicht unbedingt erwartet, aber im Alltag wirklich einen Unterschied macht.

Auf Teppich ist das Bild gemischter. Im Auto-Modus arbeitet er ordentlich und schafft es, den Großteil des Schmutzes aufzunehmen. Der Zielreinigungsmodus, bei dem man dem Roboter eine bestimmte Zone zum Reinigen anweist, hat in meinen Tests aber nicht zuverlässig funktioniert. Mehrfach ist er dabei an der Schmutzstelle regelrecht vorbeigekurvt. Das ist frustrierend bei einem Gerät dieser Preisklasse. Außerdem ist er sehr laut, auch im leisen Modus. Wer empfindlich ist oder das Gerät tagsüber laufen lassen möchte, sollte das im Kopf behalten.

Die Wischfunktion ist das eigentlich Neue an diesem Gerät. Dyson setzt auf einen Rollenmopp, der mit auf 60 Grad aufgeheiztem Wasser gespeist wird und sich beim Fahren selbst reinigt. Das Prinzip ist anders als die flachen Wischpads der meisten Konkurrenten und hat seine Vor- und Nachteile. Den Vorteil habe ich bereits erwähnt. Die Reinigung des Mopps ist hervorragend. Als Nachteil muss ich nennen, dass der Mopp sich nicht vollständig anheben lässt, wenn der Roboter über Teppich fährt. Er kann ihn lediglich 4 cm zur Seite schieben. Wer also Teppich und Hartboden gemischt hat, sollte das im Hinterkopf behalten und den entsprechenden Bereich im App-Befehl ausschließen.

Das titelgebende „Spot“-Feature, also das automatische Erkennen von Flecken und das intensivere Nachschrubben dieser Stellen, konnte ich in meinen Tests nicht wirklich nachvollziehen. Ob der Roboter eine bereits vertrocknete Stelle erkennt und besonders gründlich bearbeitet? In einem Durchgang hat er jedenfalls nicht alles wegbekommen. Zwei Durchläufe auf maximaler Wasserstufe haben deutlich mehr gebracht, perfekt war das Ergebnis trotzdem nicht. Für hartnäckige Flecken bleibt man im Zweifel selbst gefragt. Für den täglichen Unterhalt ist die Wischfunktion aber durchaus brauchbar. Wer den Roboter regelmäßig durch Küche und Co. schickt, hält den Boden sauber.

Bei der Rückkehr zur Station gibt es noch Verbesserungsbedarf. Mehrfach hat der Spot+Scrub Ai Schwierigkeiten gehabt, die kleine Rampe in die Dockingstation hinaufzufahren. Er hat gedreht, mehrfach angesetzt, gedreht und es dann doch irgendwann geschafft. Auf einem völlig ebenen Boden. Warum, konnte ich nicht herausfinden. Das ist nicht dramatisch, fällt bei einem Gerät in dieser Preisklasse aber auf.

Laut Dyson schafft der Roboter bis zu 200 Minuten pro Ladung. Das ist für ein Gerät mit Wischfunktion beachtlich und reicht auch für größere Wohnungen. Wer eine mehrstöckige Wohnung hat, kann mehrere Karten anlegen, das klappt problemlos. In meinem Test hat es nie bis zum vollständigen Entladen des Gerätes gereicht und da habe ich ihn auf zwei Ebenen fahren lassen.

Fazit

Dyson hat mit dem Spot+Scrub Ai endlich einen richtigen Saugroboter mit Wischfunktion und Selbstentleerung auf den Markt gebracht. Das ist zunächst mal eine gute Nachricht. Das beutellose Konzept ist praktisch, die Selbstreinigung des Wischsystems ist vorbildlich, und auf Hartboden saugt er wirklich gut. Der Auto-Modus ist die richtige Einstellung für den täglichen Einsatz und wer das Gerät regelmäßig durch die Wohnung schickt, hat saubere Böden. Es gibt jedoch auch Haken. Für knapp 1.000 Euro habe ich mehr erwartet. Die App braucht noch Feinschliff, der Zielreinigungsmodus ist nicht zuverlässig und das Andocken geht manchmal mehrere Versuche. Dazu kommt, dass die Wischleistung bei hartnäckigen Flecken nicht mithalten kann.. Wer Dyson liebt und das Budget hat, bekommt einen soliden Alltagshelfer. Wer das Beste aus seinem Geld herausholen will, schaut sich die Konkurrenz von Roborock, Dreame und Co an.

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