Dobrindt setzt Million auf Vulkangruppen

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Alexander Dobrindt

Stand: 27.01.2026 12:12 Uhr

Mit mehr Ermittlern und digitalen Befugnissen will Bundesinnenminister Dobrindt den Kampf gegen Linksextremismus verschärfen. Für Hinweise zur Aufdeckung der linksextremistischen "Vulkangruppen" setzte er eine hohe Belohnung aus.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat ein härteres Vorgehen gegen Linksextremismus in Deutschland angekündigt. "Wir rüsten auf für den Kampf gegen den Linksextremismus", sagte der CSU-Politiker und kündigte eine harte Antwort der Behörden auf die Gefährdung durch linksextremistische Täter an.

Eine Belohnung in Höhe von einer Million Euro setze der Bund für Hinweise zur Aufdeckung der linksextremistischen "Vulkangruppen" aus, die für den Anschlag auf das Berliner Stromnetz verantwortlich gemacht werden. Diese hohe Belohnung solle "die Bevölkerung zur Mitwirkung animieren", sagte Dobrindt. "Ich finde es angemessen, dass man mit einer Belohnung in dieser Größenordnung deutlich macht, wie ernsthaft die Lage ist."

Mehr Ermittler, mehr digitale Befugnisse

Bereits kurz nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz hatte Dobrindt zusätzliches Personal für die Nachrichtendienste und mehr digitale Befugnisse angekündigt. So solle jetzt in den Sicherheitsbehörden die Abwehr in diesem Bereich personell verstärkt werden, ohne dass dies zu Lasten der Abwehr von Gefahren aus anderen Extremismusbereichen gehe, so der Innenminister. Bei der digitalen Datenanalyse, der automatischen Gesichtserkennung und der Speicherung von IP-Adressen sollen Ermittler zudem mehr Befugnisse erhalten.

Dobrindt kündigte eine "breit angelegte Informationskampagne" in Berlin und Brandenburg zu der vom Bundeskriminalamt (BKA) ausgeschriebenen Millionen-Belohnung an. Das BKA werde sein Personal verstärken, um rund um die Uhr Hinweise entgegennehmen zu können. Die Höhe der Belohnung begründete der Innenminister auch mit der hohen Anzahl der Betroffenen des Anschlags: Mehr als 100.000 Menschen hätten unter dem Stromausfall zu leiden gehabt, sagte er.

Bundeskriminalamt sucht nach Zeugen

Durch den Brandanschlag auf eine Kabelbrücke waren vorübergehend 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Die linksextremistische "Vulkangruppe" bekannte sich dazu. Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften das Bekennerschreiben als glaubwürdig ein. Inzwischen ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Die Karlsruher Behörde bat nun zusammen mit dem BKA um Hinweise, das BKA setzte die Belohnung aus. Der Zeugenaufruf läuft bis zum 24. Februar. Hinweise nimmt das BKA telefonisch oder online entgegen. Zeugen können sich den Angaben nach auch an jede andere Polizeidienststelle wenden.

Nach Informationen des Verfassungsschutzes bestehen sogenannte Vulkangruppen seit dem Jahr 2011 und verüben seitdem Brandanschläge in Berlin und Brandenburg. Ziele sind zumeist Kabelschächte an Bahntrassen, aber auch Funkmasten oder Datenleitungen, teilweise auch Firmenfahrzeuge. Vulkangruppen bekannten sich in der Vergangenheit unter anderem zu zwei Anschlägen auf die Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide.

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