DJI Osmo 360 II angeschaut: 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

2 weeks ago 16

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

DJI hat zahlreiche Kamera-Modelle überarbeitet. Nach Osmo Pocket 4 und Osmo Pocket 4P hat DJI mit der Osmo 360 II auch seiner 360-Grad-Kamera einen Nachfolger spendiert. Diese zeichnet 8K-Videomaterial mit 60 Bildern pro Sekunde mit ihrem 1-Zoll-Sensor (in HDR) auf. Ich konnte in den vergangenen Wochen erste Erfahrungen mit der Kamera machen und habe sie im Urlaub auf Herz und Nieren getestet. Zählpixel

Vorneweg ein kurzer Blick auf technische Daten sowie Neuerungen der zweiten Generation. Herzstück der Kamera sind zwei quadratische 1/1.1-Zoll-Sensoren (CMOS). Im Ergebnis ergibt sich damit das Äquivalent eines 1-Zoll-Sensors. Der Dynamikumfang wurde auf 14,5 Blendenstufen verbessert. Die nativen 8K-Videoaufnahmen sind mit 60 FPS und HDR möglich. Optional erlaubt man auch das Anfertigen von 2x-Zeitlupen, ebenfalls in 8K. Die Osmo 360 II unterstützt 10-Bit und D-Log M. Die maximale Video-Bitrate liegt bei 170 Mbps. Mit KI-Unterstützung werden Aufnahmen beide Linsen per Smart Stitching nahtlos zusammengesetzt.

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Die Osmo 360 II setzt auf austauschbare, (ionengestrahlt) beschichtete Linsen, was einen Einsatz als Action-Kamera erlaubt. Wasserdicht ohne Gehäuse ist sie bis zu 10 Meter. Ansonsten ist auch DJI OsmoAudio wie üblich mit von der Partie, um das Mikrofon-Ökosystem von DJI drahtlos und ohne dedizierten Empfänger anzubinden. Ein integrierter Speicher verfügt, ergänzend zum microSD-Slot, über eine Kapazität von 105 GB. DJI gibt an, dass der Akku mit 2150 mAh bei 8K-Aufnahmen erst nach rund 100 Minuten schlapp macht.

So viel zur Theorie kommen wir zu meinen Praxiserfahrungen. Vorneweg sei eingeordnet, dass ich mich mit dem Thema 360-Grad-Aufnahmen bisher, zumindest mit einer dedizierten Kamera, erstmals auseinandersetze. Entsprechend sind manche Erfahrungen aus Sicht eines unbedarften Nutzers. Zum Testbericht liegt mir die Adventure Combo (739 Euro) mit Ersatzakkus und externem Ladecase vor.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

Ausgepackt, angefasst & eingerichtet

Die kompakte Bauform der Osmo 360 II fiel mir direkt beim Auspacken positiv auf. Die 360-Grad-Kamera bringt auch gerade einmal 183 Gramm auf die Waage und passt in nahezu jede Tasche. Wenig überraschend, da wie bei anderen DJI-Produkten: Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Alles fasst sich sehr wertig und gut verarbeitet an, auch was die Klappen zum Akkufach/microSD-Steckplatz sowie den USB-C-Anschluss angeht. Der Einrichtungsprozess geht flott und zuverlässig von der Hand: Koppeln mit der DJI-Mimo-App und ab dafür. Für die einmalige Produktaktivierung im Zuge der Ersteinrichtung gibt es auch hier einen Account-Zwang.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

(360-Grad)-Aufnahmen mit der Osmo 360 II im Praxistest

Es gibt verschiedenste Aufnahme-Modi, wobei diverse Funktionen, wie das Motiv-Tracking, auch im Nachgang über die App erledigt werden können. Praktisch ist dies dennoch, so kann im Spotlight-Follow-Modus direkt in flaches 4K-Video (etwa zum schnellen Teilen) exportiert werden, während das Ursprungsmaterial mit 360 Grad weiterhin herangezogen werden kann. Das ist tatsächlich sehr praktisch denn grundsätzlich und vorneweg kann man sagen: In den wenigsten Fällen lässt sich 360-Grad-Material direkt nutzen oder anschauen, sondern man muss mindestens immer ein paar Handgriffe beziehungsweise eine Bearbeitung vollziehen. So werden die 360-Grad-Videos auch nicht in die Apple-Fotos-App exportiert. (360-Grad-Fotos hingegen schon, es gibt hierzu, anders als in Google-Fotos aber keine ordentliche Anzeigeoption). Auf der anderen Seite ist das auch eine Stärke. Nachträgliche Kamerabewegungen: Check. Die Kamera einfach irgendwo hinhalten, ohne auf das Motiv achten zu müssen? Doppel-Check.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

Aufnahmen mit der Osmo-360-II sind kontrastreich und verfügen über eine realistische Darstellung. Motive, die etwas weiter von der Kamera entfernt, sind verfügen meist über eine nicht so knackige Bildschärfe und die Details, wie ich mir das wünschen würde. Für Social-Media oder Erinnerungen aber ausreichend. Zudem hat man immer, auch wenn man die Aufnahmen nachher entzerrt, einen sehr weitwinkligen Bildausschnitt – das liegt in der Natur der Dinge.

Der Modus AI SuperNight 2.0 ist für Nachtaufnahmen gedacht, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. So ist das Bildrauschen tatsächlich reduziert, helle Lampen in einer sehr dunklen Umgebung brennen aber teilweise aus und überstrahlen. Zudem schaltet das Display erst nach einiger Zeit in einen abgedunkelten Modus, der die Aufnahmezeit visualisiert. Ist das Display hell erleuchtet, sorgt dies für ungewünschte Bild-Artefakte und Lichtkegel in der Hälfte des Bildes, welches von der Linse auf der Bildschirmseite aufgezeichnet wird. Das ist nicht so toll, könnte aber leicht nachgebessert werden.

Das Stitching, also das Zusammenfügen der Aufnahmen beider Linsen, funktioniert generell zuverlässig. Dies gilt auch für das Entfernen des Selfiesticks. Beides ist aber nicht vollständig fehlerfrei – gerade bei nahen Abständen zur Kamera. Ebenso ist auch das Verfolgen von Personen bzw. Motiven zuverlässig. Auch dann, wenn das Motiv kurzzeitig verdeckt wird oder man den Selfiestick wirklich komplett um sich selbst dreht.

Was die Nachbearbeitung mit der DJI-Mimo-App angeht: Ich empfinde diese als intuitiv und für meine Zwecke ausreichend, habe aber auch bisher noch nicht den Vergleich zur Konkurrenz – Insta360 wird da softwareseitig bekanntlich sehr gelobt. Einfaches Framing ist durch Festlegen von Schlüsselmomenten, aber auch durch Motiv-Tracking möglich. Zudem können spielend einfach „virtuelle Kamerafahrten“ durch die 360-Grad-Aufnahme vorgenommen werden. Diese sind leider oft nur sehr kurz und vorwiegend auf Actioncam-Footage abgestimmt. Die Bearbeitung geht flott von der Hand, ist aber eben auch meist notwendig, bevor man teilbare Videos hat. Wer möchte, der kann mit der DJI-Studio-App auch zur Desktop-Software greifen, mit der wurde ich allerdings nicht so warm - vielleicht braucht es da aber auch nur entsprechende Einarbeitung.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

Randnotizen & weitere Anmerkungen

  • Schön, dass DJI sowohl auf austauschbare Linsen, als auch austauschbare Akkus setzt. Im Schadensfall (kaputte oder verkratzte Linse) oder falls der Akku irgendwann aufgrund von Altersschwäche nachlassen sollte, kann man hier selbst austauschen. Die (je nach Paket optionale) Akkuladeschale beherbergt bis zu drei Akkus, die dann auch bequem darüber geladen werden können. Der Akkuladestand wird beim Auf- und Zuklappen des Cases per LED-Anzeige kommuniziert. Weiterer Vorteil: Die Akkus sind identisch zur Osmo-Action-Serie und können so für verschiedene Geräte eingesetzt und binnen Sekunden getauscht werden. Das gleicht auch die etwas kürzere Akkulaufzeit bei 8K-Aufnahmen aus.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

  • Den integrierten Speicherplatz finde ich prima und mit über 100 GB durchaus üppig bemessen. So sind schnelle Übertragungen, kabellos sowie auch kabelgebunden, möglich. Und: Auch wenn man mal die microSD-Karte vergisst, ist man handlungsfähig.
  • Aufnahmen lassen sich durch Drehen des Selfiesticks starten und stoppen. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn man den Stick weit ausgefahren hat. Man sieht den Aufnahmen allerdings – trotz der sonst soliden Stabilisierung – das Ende stets an, denn das Wackeln vor dem Beenden der Aufnahme wird immer mit aufgezeichnet, da muss man dann manuell wegschnippeln. Alternativ gibt es, wie bei den Pockets, auch die Gesten. Die Tasten am Gerät sind so platziert, dass man sie leider nur von einer Geräteseite bedienen kann.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

  • Der Schnellverschluss mit Magnet für den Selfiestick gefällt mir. Zudem kann man den Stick montiert lassen und die Hülle auch so überziehen. Der Selfiestick selbst verfügt, wie auch die Osmo 360 II, über ein Stativgewinde.

Fazit

DJI macht mit seiner 360-Grad-Kamera in meinen Augen einiges richtig, auch wenn es diverse Dinge mit Ausbaupotenzial gibt. Die 360-Grad-Aufnahmen gehen zulasten der Bildqualität / Schärfe des Motivs. Die Bedienung ist, sowohl was die Hardware, als auch die Bearbeitung per Software angeht, einfach und intuitiv. Durch die 360-Grad-Aufnahmen hat man viele Möglichkeiten für Kamerafahrten und Motivveränderungen im Nachgang und man kann sich auf den Moment, anstatt auf die Aufnahme fokussieren. Auf der anderen Seite bedarf es, bis auf Aufnahmen durch Motiv-Tracking, stets an einer Nachbearbeitung. Dessen sollte man sich bewusst sein.

 360-Grad-Kamera für 8K-Aufnahmen der zweiten Generation

Wer zu einer Action-Cam greifen möchte, die robust und wasserdicht ist und mit dem weitwinkligen Look klarkommt, der kann getrost zu einer 360-Grad-Kamera wie der Osmo 360 II greifen. Vorteil ist da durchaus auch bei schnellen Bewegungen die nachträgliche Anpassung des Bildausschnitts. Für ästhetische Aufnahmen und einen cinematischen Look sind Smartphones oder die Pocket-Reihe besser geeignet.

Im Blick haben sollte man aber auch: Die Verbesserungen zum Vorgänger sind minimal und durchaus überschaubar. Das Vorgängermodell gibt es inzwischen auch schon für wesentlich weniger Geld, weshalb man dieses – trotz neuer Konkurrenz durch die Insta360 X6, durchaus weiter in Betracht ziehen sollte.

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