Digitalminister Wildberger: Keine vorschnelle Abschaltung des DSL-Kupfernetzes

9 months ago 10

Foto von Mika Baumeister auf Unsplash

Der neue Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger (CDU), hat sich erstmals zum kontrovers diskutierten Thema DSL-Abschaltung geäußert. Er spricht sich gegen eine überhastete Abschaltung des bestehenden Kupfernetzes aus. Diese Positionierung steht im Gegensatz zu den Plänen der EU-Kommission, die einen kompletten Umstieg auf Glasfaser bis 2030 anstrebt.

Die aktuelle Situation zeigt deutliche Herausforderungen: Ende 2024 waren laut Bericht lediglich 47 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet. Ein Ministeriumssprecher betonte auf Anfrage, dass die Versorgungssicherheit für Endkunden oberste Priorität habe. Eine Abschaltung des Kupfernetzes komme erst infrage, wenn eine flächendeckende Alternative zur Verfügung stehe.

Interessant ist der Wandel in Wildbergers Position. In seiner früheren Funktion als Vizepräsident des CDU-Wirtschaftsrats befürwortete er noch einen zügigen Umstieg auf Glasfaser, orientiert am EU-Zeitplan. Die Deutsche Telekom hatte sich bereits gegen einen schnellen Umstieg positioniert und das Jahr 2030 als Abschalttermin für nicht realistisch erklärt.

Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung sieht einen markt- und verbraucherfreundlichen Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze vor. Wildbergers aktuelle Haltung scheint diesem Ansatz zu folgen und berücksichtigt die praktischen Herausforderungen des Netzausbaus. Die Bundesnetzagentur hatte zuvor in einem Impulspapier noch über eine zeitnahe Abschaltung des Kupfernetzes nachgedacht – eine Option, die nun vom Digitalminister deutlich relativiert wird.

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