Deutschland-App und Wallet: Wildbergers Pläne für die digitale Identität

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Foto von engin akyurt auf Unsplash

Es soll Bewegung in die deutsche Verwaltungsdigitalisierung kommen – hören wir ja seit 100 Jahren. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger hat auf dem GovTech-Gipfel in Berlin Pläne für ein zentrales Serviceportal vorgestellt. Der CDU-Politiker kündigte eine bundesweite App an, die das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern neu ordnen soll. Konkrete Details zu dem Vorhaben will das Ministerium im Sommer, also etwa im Juni oder Juli, auf den Tisch legen. Einen finalen Namen für die Anwendung gibt es bisher noch nicht.

Im Zentrum der Überlegungen steht neben der eigentlichen App eine sogenannte Wallet, also eine digitale Brieftasche. Diese soll die digitale Identität der Nutzer abbilden. Künftig könnten Personalausweis, Führerschein oder Altersnachweise sicher auf dem Smartphone gespeichert werden. Das ermöglicht es, die eigene Identität online nachzuweisen oder Dokumente rechtsgültig zu unterschreiben. Wildberger betonte, dass die Nutzung dieses digitalen Angebots komplett freiwillig bleibt. Es gehe darum, selbst zu entscheiden, wie man Dienste nutzt, nicht um einen gläsernen Bürger.

Die geplante App soll dabei als Serviceportal fungieren. Anträge stellen, Termine buchen oder Informationen abrufen soll darüber zentral möglich sein. Ziel ist eine Infrastruktur, auf die nicht nur Behörden, sondern auch Unternehmen und Start-ups zugreifen können. Mit Blick auf das kommende Jahr verspricht Wildberger große Veränderungen, die er mit „Das wird krass“ kommentierte.

Ein weiterer Aspekt der Wallet ist der Jugendschutz im Netz. Wildberger sieht hier Einsatzmöglichkeiten für die Altersverifikation in sozialen Medien. Themen wie Datenschutz, algorithmische Filter und Deepfakes stehen auf der Agenda. Der Minister verglich die Auswirkungen von Social Media mit denen von Alkohol oder Nikotin und betonte die Schutzpflicht des Staates – wobei es sicherlich genug andere geben wird, die von Zensur oder Beschneidung der Freiheit des Menschen sprechen. Eine digitale Identität auf dem Smartphone könnte jedenfalls  helfen, Altersgrenzen im Netz effektiver durchzusetzen, etwa falls strengere Regeln für Plattformen wie TikTok kommen sollten.

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