Wer auf der Suche nach Liebe oder auch nur etwas Begleitung ist, der probiert einiges aus. Dating-Apps sind inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Doch ihre Verwendung kann im Zweifelsfall mehr Ärger als Nutzen bringen. So hat eine große deutsche Dating-App aus Hamburg offenbar ohne Einwilligung der Nutzer deren genaue Standortdaten an die Werbeindustrie verscherbelt. Das geht aus dem Jahresbericht der Hamburger Datenschutzbehörde für 2025 hervor.
Die Standortdaten übermitteln die User eigentlich, um mit Personen aus direkter Nähe verkuppelt zu werden. Den Zugriff erteilen sie also durchaus bewusst. Was ihnen aber nicht vermittelt wurde, ist, dass diese Daten an Werbefirmen abflossen – offenbar auch ohne ihre explizite Einwilligung. Die Behörde schlüsselt dabei nicht auf, um welche Dating-App es geht. Mutmaßlich soll es sich aber um Lovoo handeln. Der Anbieter hat sich zu den Vorwürfen jedoch nicht öffentlich geäußert (via Netzpolitik).
Lovoo kommt allein über den Google Play Store auf über 50 Mio. Downloads. Da geht es also nicht nur um „ein paar“ Nutzer, sondern um große Datenmengen. Sollte es tatsächlich um Lovoo gehen, worauf vieles hindeutet, dann wögen die Vorwürfe schwer. Denn bei der betroffenen Dating-App konnten die Datenschützer in der Behörde nachweisen, dass die Angaben, die Nutzer zu sehen bekommen, nicht mit den tatsächlichen Datenflüssen übereinstimmen. So konnte man die Übermittlung exakter Standortdaten an Werbepartner eindeutig nachweisen.
Die Betroffenen wussten aber nichts davon, weil die Erlaubnis zur Weitergabe in den App-Einstellungen schon als Standard aktiviert worden war. Schlimmer: Laut der Hamburger Datenschutzbehörde wurden die Standortdaten selbst dann ermittelt, wenn man die Akzeptanz rückgängig machte. Im Klartext konnten Nutzer gar nicht verhindern, dass die Daten abflossen. Letzten Endes wanderten die Nutzerdaten offenbar durch eine „undurchschaubare“ Menge von Beteiligten, so formuliert man es.
Ob es sich hier um einen Konfigurationsfehler oder Absicht handelte, lässt sich im Nachhinein nicht mehr klar bewerten. Die betroffene Dating-App soll den Abfluss mittlerweile gestoppt haben. Das Ganze ist keine ungefährliche Sache, denn die Daten wandern auf verschlungenen Wegen durch die Hände von Werbepartnern und Datenhändlern, von denen alle Interessierten sie kaufen können – auch Geheimdienste, Sicherheitsbehörden oder gar Kriminelle. Oft ist es möglich, aus den Daten Bewegungsprofile abzuleiten und Personen letzten Endes zu identifizieren.
Ergebnis? Vorsichtig sein bei der Nutzung von Dating-Apps und wenn möglich keine Standortdaten teilen.
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