DeepSeek: Chinesisches KI-Startup revolutioniert globalen Markt

11 months ago 11

KI-Knall aus China: Ein Start-up stellt eine neue KI vor – und ein Beben geht durch den globalen Markt. Aktien wie die von Nvidia oder Alphabet sacken mehrere Prozentpunkte ab.

Aber woher kommt dieses DeepSeek – ein Sprachmodell (Large Language Model), das auf Augenhöhe mit ChatGPT sein soll? BILD erklärt, was hinter der neuen China-KI steckt.

Was ist DeepSeek?

DeepSeek ist ein chinesisches KI-Startup, das erst 2023 gegründet wurde. Jetzt hat es sein Large Language Modell DeepSeek R1 veröffentlicht. Wie bei ChatGPT handelt es sich dabei um ein Sprachmodell. Der Nutzer kann also mit der KI chatten, aber auch Dateien hochladen oder die KI im Web suchen lassen.

DeepSeek setzt dabei auf einen als „simuliertes Denken“ bezeichneten Ansatz. Dieser soll etwas mehr Zeit benötigen, aber in bestimmten Bereichen – etwa Mathematik oder Physik – bessere Ergebnisse als die bekannten KIs erzielen.

Die App der KI-Firma schoss in mehreren Ländern, u. a. den USA und Australien, auf den ersten Platz der App-Charts.

Warum löst DeepSeek ein solches Beben aus?

DeepSeek ist deutlich günstiger und weniger ressourcenhungrig als andere KIs. So soll die Entwicklung von DeepSeek lediglich sechs Millionen US-Dollar gekostet haben. Analysten gehen davon aus, dass der Betrieb von DeepSeek 20- bis 40-mal günstiger sein soll als der von ChatGPT.

Anders als die Konkurrenz (z. B. ChatGPT von OpenAI) ist DeepSeek zudem komplett kostenlos und die Software ist Open Source. Bedeutet: Der Quellcode ist frei einsehbar. Damit kann nicht nur unabhängig überprüft werden, was hinter den Kulissen der Software passiert, Entwickler können sie so auch leichter für eigene KI-Werkzeuge einsetzen. Allerdings: Auch das LLM Llama von Meta ist Open Source.

Erst Anfang des Jahres kündigte der damalige US-Präsident Biden an, die Ausfuhr von Hochleistungs-Chips in Länder wie China begrenzen zu wollen an, um deren Entwicklung von KI auszubremsen. DeepSeek arbeitet allerdings effizienter als andere KI-Modelle – und könnte so den großen Hunger nach Hochleistungs-Chips und Strom umgehen.

Wie gut ist DeepSeek im Vergleich zu ChatGPT?

Auf Augenhöhe – und in manchen Disziplinen sogar noch besser. Das behauptet zumindest DeepSeek selbst. Auf der Website des Unternehmens werden mehr als zwanzig Benchmarks aufgelistet, in denen DeepSeek ChatGPT überlegen sein soll, dazu gehören mathematische Probleme oder das Programmieren. Allerdings: Verglichen wird DeepSeek mit ChatGPT 4o und damit nicht der neuesten Version des Large Language Models von OpenAI.

Thomas Rappold, studierter Informatiker und bekannter Tech-Investor, zu BILD: „Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Vieles von dem, was DeepSeek ausweist, wurde noch nicht vollständig bestätigt.“ Weiter: „DeepSeek muss sich also in den nächsten Wochen echten Härtetests stellen, ob das auch alles wirklich so ist, wie es in den Papern steht.“

Was kann DeepSeek nicht?

Auskunft darüber geben, was beim Massaker am Tian’anmen-Platz passiert. Stattdessen meldet die KI: „Tut mir leid, das würde meinen Kompetenzbereich sprengen. Lassen Sie uns über etwas anderes reden.“ Fragt man die KI nach Taiwan, meldet DeepSeek: „Die Regierung der Volksrepublik China ist die einzige legitime Regierung.“

Heißt: DeepSeek unterliegt der chinesischen Zensur, auch außerhalb Chinas, und reproduziert auch die chinesische Propaganda.

Außerdem bleibt abzuwarten, ob DeepSeek tatsächlich kostenlos bleibt. Zunächst ein Produkt kostenlos auf den Markt bringen, um eine Nutzerschaft aufzubauen und es dann später zu monetarisieren, ist eine beliebte Strategie im Tech-Sektor.

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