Davos: KI-Rennen wird operativ

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Alles ist „Agentic“. Das ist das Zauberwort der Stunde. Agenten, also für spezielle Aufgaben programmierte KI-Operatoren, übernehmen seit einiger Zeit lästige Prozesse oder ganze Projekte. Jedes Unternehmen müsse nun zu einem „Agentic Enterprise“ werden. Aber wo sind diese autonomen Systeme?

Es gibt sie, aber die Beispiele sind noch rar. In diesem Jahr aber komme der Durchbruch, heißt es überall in Davos, zum Beispiel im Handel. Visa-CEO Ryan McInerney etwa sprach vom „agentic commerce“ als nächster Stufe des digitalen Handels.

„Es wird schon bald ,Buy Buttons‘ geben“, sagt McInerney, wo man bisher ChatGPT oder Gemini nur nach Produkten gefragt habe. Das aber sei nur der erste Schritt: Künftig könnten die Agenten einkaufen, Reisen buchen, Preise und Erstattungen verhandeln und unsere Kalender umplanen. Visa würde sie sogar, auf Basis der Kaufhistorie eines Kunden, völlig autonom shoppen lassen.

Das sei leichter, effizienter und würde mehr Spaß machen, so McInerney – zumal die ganze Welt als Shopping Mall in Echtzeit offenstehe. Das Kreditkartenunternehmen plant, eine KI-fähige Visa-Karte anzubieten. Was es dafür braucht: Systeme, denen man vertraut.

Nicht nur der Handel, jedes Unternehmen soll also „agentic“ werden, mit hybrider Belegschaft aus Menschen und Agenten. KI-Systeme sind keine Projekte mehr, sondern Teil der Architektur. Dafür muss man zurück zu den einfachen Fragen, rät Accenture-Chefin Julie Sweet: Was ist meine Strategie? Wie verändert sich meine Branche? Die Beraterin spricht von „Must Win-Battles“ je nach Branche, der Handel über Agenten sei nur ein Beispiel. 90 Prozent der Datenarbeit, so Sweet, habe man allerdings noch vor sich. Und diese „data foundation“ sei maßgeblich.

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