Das neue Google Pixel 10a im Test

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Google hat mit der A-Serie schon länger ein echt konkurrenzfähiges Smartphone am Markt. Mit dem 9a hatte Benny bereits angemerkt, dass da ein echter Konkurrent für die Oberklasse heranwächst. Und jetzt liegt hier das Pixel 10a auf meinem Schreibtisch, das erneut zu einem Preis ab 549 Euro zu haben ist. Auf dem Papier klingt das erst einmal gut. Im Alltag wird dann aber klar: Wir haben es hier eher mit einem Pixel 9a Plus zu tun als mit einem echten Generationswechsel. Doch fangen wir von vorn an.

Design und Haptik: flacher und schicker

Der erste Blick aufs Pixel 10a fällt auf den fehlenden kleine Kamerabuckel. Beim 9a war die Erhebung rund um das Pill-förmige Kameramodul zumindest noch leicht spürbar, jetzt ist die Rückseite komplett flach. Das Dual-Kamera-System schließt bündig mit der Rückseite ab, was nicht nur handwerklich ein schöner Schritt ist, sondern meiner Meinung nach auch der Hand mehr schmeichelt. Außerdem wackelt das Telefon nicht mehr, wenn es auf dem Tisch liegt.

Die Rückseite selbst ist wieder aus einem matten Kunststoff gefertigt. Der Rahmen selbst ist aus satiniertem Aluminium, das laut Google zu 100 Prozent aus recyceltem Material besteht. Das fühlt sich in Summe alles wertig an, wenn man nicht gerade von einem 1000-Euro-Smartphone kommt, das hauptsächlich aus Glas und Metall besteht.

Die Verarbeitung sitzt, die Spaltmaße passen, und mit 183 Gramm liegt das Gerät angenehm in der Hand. Farblich hat Google wieder etwas draufgelegt: Obsidian, Fog, Lavender und das knallige Berry stehen zur Auswahl.Der IP68-Schutz ist auch beim 10a wieder dabei. In dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit und ein Argument. Das Displayglas hat Google auf Gorilla Glass 7i aktualisiert und damit ebenfalls einen guten Schritt vorwärts vom Vorgänger gemacht. Die Abmessungen sind mit 153,9 × 73 × 9 mm quasi nahezu identisch mit dem 9a.

Display

Beim Bildschirm hat Google beim 10a ordentlich nachgearbeitet. Wir sprechen von einem 6,3-Zoll-pOLED-Panel mit 1080 × 2424 Pixeln bei 422 ppi. Das ist dieselbe Auflösung wie beim Vorgänger, aber bei der Helligkeit hat sich was getan. Bis zu 2.000 Nits für HDR-Inhalte und 3.000 Nits Spitzenhelligkeit sind Werte, die man sonst eher im Flaggschiff-Bereich findet. Im Test lässt sich das Gerät auch bei direkter Sonneneinstrahlung prima ablesen.

Die adaptive Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz (Google nennt das Smooth Display) sorgt für weiche Animationen beim Scrollen. Aber Obacht: Ab Werk ist das deaktiviert. Ihr müsst das also erst anschalten. Warum Google das nicht direkt aktiv setzt, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich setzt man auf optimierte Akkuwerte in den Benchmarks. Die Farbdarstellung und der Kontrast sind OLED-typisch stark und die Schwarzwerte ohnehin einwandfrei.

Das Seitenverhältnis 20:9 macht das Telefon handlich im Hochformat, Filme und Serien schauen macht Spaß. Im Vergleich zum 9a ist der Helligkeitsunterschied der wohl deutlichste Fortschritt beim Bildschirm.

Performance

Unter der Haube werkelt beim Pixel 10a der Google Tensor G4. Das ist derselbe Chip, der auch schon im Pixel 9a steckte. Dazu kommen der Titan M2 Sicherheitschip und 8 GB LPDDR5X Arbeitsspeicher. Das ist exakt dieselbe Konfiguration wie beim Vorgänger, und das ist offen gesagt der größte Wermutstropfen dieses Modells. Da hätte sich der geneigte Käufer schon ein bisschen Fortschritt erwartet.

Im Alltag merkt man das aber kaum. Apps öffnen flott, Social Media, Messaging, YouTube, Streaming, das alles läuft flüssig und ohne Ruckler. Wer gelegentlich zockt, kommt auch klar. Aber aufpassen, denn der Tensor G4 ist kein Leistungsmonster, und wer High-End-Gaming oder schwere Videoproduktion erwartet, der greift lieber zu einem anderen Gerät.

Was jedoch wirklich relevant ist, ist der Arbeitsspeicher. Die 8 GB RAM reichen für heute, aber die versprochenen 7 Jahre Updates wirken mit dieser Konfiguration auf lange Sicht gewagt. Beim Pixel 10 und Pro hat Google KI-Features wie Magic Cue oder Pixel Screenshots eingeführt, die mehr RAM voraussetzen. Auf dem 10a fehlen diese beispielsweise. Ob einen das stört, ist sicher persönlich vollkommen verschieden. Wer aber in drei oder vier Jahren noch vollumfänglich updateseitig mitspielt, der könnte sich die Frage stellen, ob ein direkter Vorgänger oder ein günstig bekommenes Pixel 10 nicht die klügere Wahl gewesen wäre.

Kamera

Verbaut ist im Pixel 10a wieder ein Dual-Kamera-System mit einer 48-Megapixel-Weitwinkelkamera mit f/1.7-Blende, optischer Bildstabilisierung und 1/2-Zoll-Sensor, dazu eine 13-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera mit einer Blende von f/2.2 und 120 Grad Sichtfeld. Das ist exakt dieselbe, die auch schon beim 9a zum Einsatz kam.

Was Google aber traditionell auszeichnet, ist die Software dahinter, und die macht auch beim 10a eine sehr gute Arbeit. Fotos sehen in 99 Prozent der Situationen einfach gut aus. Sie sind scharf, detailreich, mit natürlichen Farben und viel Dynamik. Bei Tageslicht müssen sich die Ergebnisse vor keinem Smartphone dieser Preisklasse verstecken, oft auch nicht vor teureren Geräten.

Bei Nacht schlägt sich das 10a dank Nachtsicht-Modus wacker. Die offene Blende hilft beim Lichteinfall und der bekannte Pixel-Algorithmus arbeitet zuverlässig. Astrofotografie ist ebenfalls mit an Bord – ein Feature, das man von vielen Pixel-Modellen kennt und in dieser Preisklasse suchen muss.

Der neue Kamera-Coach gibt Tipps bei der Aufnahme und auch Neu gestalten (Reimagine), Beste Aufnahme und der Magische Radierer sind mit an Bord. Der Magic Eraser ist nach wie vor einer der besten seiner Art am Markt, da hat Apple mit dem Gegenstück noch SEHR VIEL Nachholbedarf, auch wenn Google die Cloud dafür nutzt und Apple das lokal macht.

Der größte Kompromiss bleibt der fehlende optische Zoom. Beim Zoomen werden die Fotos digital aufgeblasen, da kann auch Googles Software nicht zaubern. Wer oft und gerne zoomt und dennoch sehr gute Ergebnisse will, der kommt um das Pixel 10 oder 10 Pro nicht herum.

Videos nimmt das 10a in 4K bei bis zu 60 fps auf, inklusive optischer und elektronischer Bildstabilisierung. Die Stabilisierung arbeitet sehr gut, Videos wirken ruhig und professionell. HDR-Video fehlt leider weiterhin.

Akku

Mit 5.100 mAh hat das Pixel 10a den bisher größten Akku der A-Reihe und das merkt man im Alltag sehr. Im normalen Betrieb hält das Gerät locker über den Tag, oft sogar bis in den nächsten. Bei moderater Nutzung mit etwa drei bis vier Stunden Bildschirmzeit hatte ich abends regelmäßig noch 40 bis 50 Prozent übrig. Anderthalb Tage Nutzung sind realistisch, unter günstigen Bedingungen sogar mehr. Das sind echt gute Ergebnisse.

Beim Laden hat Google beim 10a Gas gegeben. Bis zu 45-Watt-Schnellladen (PPS-kompatibel) ist ein deutlicher Sprung gegenüber den 23 Watt des Vorgängers. In etwa 30 Minuten kommt man auf rund 50 Prozent Ladung, eine volle Ladung dauert knapp über eine Stunde. Ausreichend schnell, meiner Meinung nach. Kabelloses Laden ist ebenfalls mit an Bord, aber nicht im schnellsten Modus.

Google AI & Software

Kommen wir noch einmal kurz zur KI. Hier läuft Gemini Nano on-device, Gemini Live ist dabei, Circle to Search ebenfalls. Live-Übersetzung, Anrufassistent, Spam-Erkennung, all das gehört zum gewohnten Paket.

Was fehlt, sind die neueren KI-Features aus dem Pixel-10-Lineup: Magic Cue und Pixel Screenshots sind dem 10 und Pro vorbehalten – schlicht weil das 10a nicht genug RAM mitbringt. Das ist kein Beinbruch für den Alltag, aber ein Punkt, den man kennen sollte, wenn man die KI-Versprechen von Google zu wörtlich nimmt.

Was gibt’s sonst noch?

Der optische Fingerabdrucksensor unter dem Display funktioniert zuverlässig, ist aber etwas langsamer als ein Ultraschallsensor. Manchmal muss man den Finger sehr präzise platzieren, aber in Summe geht das alles reibungslos. Gesichtserkennung als Alternative geht ebenfalls sauber.

Netzwerkseitig ist das 10a gut aufgestellt: Wi-Fi 6E, Bluetooth 6, 5G Sub-6 GHz, NFC. Für Notfälle gibt es neu den Notruf über Satellit, ein Feature, das man nie benötigt, aber in dem Moment, wo man es doch braucht, Gold wert ist.

Die Stereolautsprecher klingen für ein Mittelklasse-Gerät ordentlich und die Geräuschunterdrückung beim Telefonieren arbeitet zuverlässig.

Fazit

Das Pixel 10a ist ein sehr gutes Smartphone geworden. Es ist aber kein großes Update im Vergleich zum Vorgänger.

Für wen ist das Pixel 10a also? Wer gerade von einem zwei oder drei Jahre alten Gerät kommt, wird vom 10a begeistert sein. Gute Kamera, lang durchhaltender Akku, saubere Software, fairer Preis. Wer aber schon ein 9a besitzt und auf den Sprung hofft, der ist hier falsch. Bleibt beim 9a oder greift zum Pixel 10, das momentan zu sehr ähnlichen Preisen zu haben ist und mit dem Tensor G5 und mehr RAM die bessere Langzeitinvestition darstellt.

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