Cyber-Betrug per Post: LKA Niedersachsen warnt vor neuer Angriffswelle durch gefälschte Entschädigungsschreiben

4 months ago 6

Auch in der Welt der Cyber-Kriminalität gibt es ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen. Viele Attacken zielen da auf die breite Masse ab, aber es gibt immer wieder Fälle, die durch ihren krassen Aufwand und ihr gezieltes Vorgehen regelrecht herausstechen. So ein Fall macht gerade in Niedersachsen die Runde und nutzt einen fast schon vergessenen Weg für Angriffe: euren Briefkasten.

Anders als bei einer schnell geklickten Phishing-Mail haben die Täter hier ein richtig durchdachtes, mehrstufiges System auf die Beine gestellt, um so glaubwürdig wie möglich rüberzukommen.

  • Der Brief im Kasten: Alles fängt mit einem Schreiben an, das total offiziell aussieht. Darin wird euch erzählt, dass man Anspruch auf eine Entschädigung von über 50.000 Euro hätte. Das Geld soll aus einem früheren Betrugsfall mit Kryptowährungen stammen.
  • Die persönliche Masche: Um euer Vertrauen zu erschleichen, listen die Täter eine ganze Reihe eurer persönlichen Daten auf, die sie anscheinend schon haben: Name, Adresse, das Geburtsdatum, die Telefonnummer und sogar eure Bankverbindung.
  • Die gefälschte Online-Welt: Die Betrüger haben extra für diese Nummer zwei eigene Webseiten hochgezogen – eine für eine erfundene Anwaltskanzlei („Teelingberg“) und eine für einen genauso ausgedachten Finanzdienstleister („Gerenhold Payment“). Die Seiten sehen zwar professionell aus, aber ein schneller Blick auf das Registrierungsdatum der Domains verrät, dass sie erst vor Kurzem online gegangen sind.

Das eigentliche Ziel des Briefes ist natürlich, euch dazu zu bringen, Kontakt aufzunehmen. Dafür bieten die Täter gleich mehrere Wege an und locken euch so von der analogen in die digitale Welt. Ein QR-Code im Brief führt direkt zu einem WhatsApp-Chat. Alternativ werden auch eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer angeboten.

Man kann fest davon ausgehen, dass in diesem Chat oder am Telefon dann der eigentliche Datenklau stattfindet. Die Täter werden wahrscheinlich versuchen, unter dem Vorwand, eure Identität zu prüfen, an Kopien des Ausweises, weitere Bankdaten oder sogar an die Zugangsdaten fürs Online-Banking zu kommen. Auch die typische Forderung nach „Verwaltungsgebühren“, welche ihr vorab überweisen sollt, ist ein bekanntes Muster bei solchen Betrugsversuchen.

Das LKA Niedersachsen rät darum:

  • Lass dich nicht ködern: Auch wenn die hohe Geldsumme verlockend klingt – lass dich nicht unter Druck setzen und ignoriere die Aufforderung.
  • Check den Absender: Eine schnelle Google-Suche nach der Kanzlei oder dem Finanzdienstleister, am besten zusammen mit Wörtern wie „Erfahrung“ oder „Betrug“, kann dir oft schon die ersten Warnsignale liefern.
  • Melde den Vorfall: Gib der Polizei vor Ort Bescheid über den Betrugsversuch. Das hilft dabei, andere zu warnen und zu sehen, wie groß die ganze Aktion ist.
  • Schnell handeln, wenn es passiert ist: Falls du schon Daten weitergegeben oder sogar etwas bezahlt hast, melde dich sofort bei deiner Bank, um den Schaden so gering wie möglich zu halten!

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