Claude soll werbefrei bleiben

1 month ago 4

Anthropic teilt in einem Blog-Post mit, dass man den hauseigenen KI-Chatbot namens Claude werbefrei halten wolle. Konversationen mit Claude sollen zum Nachdenken anregen bzw. einen hilfreichen Assistenten für die Nutzer bereitstellen. Da passe es nicht in das Konzept des Unternehmens, diese persönlichen oder auch professionellen Interaktionen durch Werbung zu unterbrechen.

Claude soll deswegen dauerhaft werbefrei bleiben, damit der Chatbot den Interessen der Nutzer dienen kann. Man will also weder Sponsored-Links einfügen, noch sollen die Antworten von Claude mit Werbebotschaften angereichert werden. Auch Produktplatzierungen erteilt Anthropic da eine direkte Absage. So sieht der Anbieter KI-Gespräche als besonders sensibles Format an, da die Nutzer mit den Chatbots oft viel mehr Informationen und Kontexte teilen als mit einer Suchmaschine.

Das mache das Medium natürlich auch für Werbetreibende interessant, doch man wolle das von den Nutzern gewährte Vertrauen nicht missbrauchen. Zumal es in Gesprächen mit Claude teilweise auch um sensible oder berufliche Themen gehe.

Claude soll helfen und nicht verkaufen

Anthropic erklärt anhand eines Beispiels, wie sich Werbung negativ auf Claude auswirken könnte. Würdet ihr euch etwa nach Hilfe bei Schlaflosigkeit erkundigen, würde Claude euch aktuell nach verschiedenen, möglichen Ursachen fragen, um das Thema abzuklären – z. B. Stress, euren Tätigkeiten vorm Einschlafen, eurem Umfeld und mehr. Mit Werbefinanzierung wäre eine logische Folge, dass Claude euch ohne tiefe Klärung das Schlafmittel eines Partners empfehlen müsste. Gespräche würden vor allem zu Chancen für kommerzielle Transaktionen.

Für euch als Nutzer wäre es aber in vielen Fällen schwierig, zu erkennen, ob Claude euch einen sinnvollen Tipp gibt oder euch einfach ein Produkt andrehen soll. Anthropic wäre in solchen Szenarien nach eigenen Angaben zudem natürlich verführt, euch möglichst lange in Chats zu halten und die Gespräche auf Themen zu lenken, die besonders verkaufsfördernd wirken,

Als besseren Weg sieht man bei Anthropic an, Geld durch kostenpflichtige Abonnements und Geschäftsbeziehungen zu erwirtschaften. Andere KI-Anbieter mögen sich anders entscheiden, das müsse jeder selbst verantworten. Mehr Potenzial sieht man dann in Agentic Commerce, zu dem sich ja auch Klarna gerade erst bekannt hat. Claude könnte also in Zukunft durchaus in eurem Auftrag Käufe ausführen. Allerdings wird das dann eben nicht durch eine Werbeanzeige angetrieben worden sein.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Read Entire Article