Noch am Montag erschütterte Deepseek die Börse. Alle waren fasziniert von der China-KI. Doch inzwischen wird die Kritik immer lauter. OpenAI und Trumps KI-Beauftragter David Sacks (52) werfen dem chinesischen Unternehmen vor, sich an ChatGPTs Wissen bedient zu haben. Außerdem gab es ein gigantisches Datenleck. Nun kommen auch massive Datenschutz-Bedenken hinzu.
In Italien kann man die App der China-KI schon nicht mehr im Appstore herunterladen. Die italienischen Behörden fordern Antworten, welche persönlichen Daten Deepseek sammelt.
Chinas Staatschef Xi Jinping (71): Seine Digital-China-Strategie beruht unter anderem auf Datensammeln
Gehen unsere Daten direkt an den chinesischen Geheimdienst?
Ein Blick ins nationale Nachrichtendienstgesetz Chinas lässt eine böse Vermutung zu. Dort steht im Artikel 6 geschrieben: „Alle staatlichen Organe, Streitkräfte, politischen Parteien, gesellschaftlichen Gruppen, Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, Organisationen und Bürger sind verpflichtet, die Bemühungen des nationalen Nachrichtendienstes zu unterstützen.“
Heißt: Will der chinesische Geheimdienst Informationen von Deepseek, dann müssen sie liefern.
Welche Informationen Deepseek sammelt?
Kurze Antwort: alles. In der Datenschutzerklärung von Deepseek steht, dass Audioeingaben, Eingabeaufforderungen, hochgeladene Dateien, Chatverläufe und alle anderen Inhalte, die man dem Modell bereitstellt, gesammelt werden.
Darunter fällt auch, wie schnell man tippt und in welchem Rhythmus man die Tastatur bedient. Mit diesen Informationen könnte Deepseek im schlimmsten Fall auch Passwörter von Nutzern herausfinden.
KI-Hype aus China : ChatGPT und Nvidia zittern vor DeepSeek
Quelle: AP // BILD - Michael Bergemann29.01.2025
Deepseek sammelt Daten auch für andere Dienste
Aber das Datensammeln hört bei Deepseek nicht bei der eigenen Website auf. Über Tracking-Cookies verfolgt die China-KI den Weg der Nutzer durch das gesamte Netz. Auch der Standort der Geräte wird dabei eingesehen.
Baidu-CEO Robin Li (56) sein Vermögen wird auf 5,37 Milliarden Euro geschätzt
Das US-Medium „Wired“ deckte zu dem auf, dass Deepseek die Daten der Nutzer an die Firma Baidu weitergibt. Baidu ist das chinesische Google. Der Aufstieg zum Such-Giganten in China ist auch auf die enge Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung zurückzuführen.
Auch in Deutschland wird Deepseek überprüft
Der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann hat Bedenken beim Datenschutz von Deepseek: „Die ist datenschutzrechtlich nach erstem Eindruck kritisch zu sehen, da fehlt offenbar viel.“
Die Daten von Deepseek dürfen nach EU-Recht nicht einfach nach China geschickt werden. Kugelmann und seine Behörde behalten sich daher vor, Einzelheiten zur Datenverarbeitung durch Deepseek zu prüfen. Was genau mit den Daten der Nutzer passiert, werden die Untersuchungen zeigen.
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