26. Februar 2026 Bernardo Cantz
(Bild: Henry Saint John / Shutterstock.com)
Burger King führt den KI-Assistenten "Patty" ein. Er hört über Headsets mit und bewertet, wie freundlich das Personal ist.
Bei Burger King hört künftig eine Künstliche Intelligenz mit, wenn Angestellte mit Kunden sprechen. Die Fast-Food-Kette stellt ihrem Personal einen Sprachassistenten namens "Patty" zur Seite, der direkt über die Headsets der Mitarbeiter läuft.
Das System erkennt wohl, so berichtet The Verge, ob das Personal höflich ist und Formulierungen wie "Willkommen bei Burger King", "bitte" oder "danke" verwendet – und daraus leitet es eine Art Benotung für Freundlichkeit ab. Technisch stützt sich der Chatbot auf ein Sprachmodell von OpenAI.
Wie Burger King Freundlichkeit messbar machen will
Um festzulegen, was man unter einem guten Service verstehen möchte, hat die Kette nach eigenen Angaben ausgewertet, was sich Franchisenehmer und Gäste darunter vorstellen.
Auf dieser Basis lernte die KI, bestimmte Schlüsselwörter in Gesprächen zu identifizieren. Schichtleiter können "Patty" anschließend nach einer Einschätzung fragen – etwa, wie freundlich das Team an einem bestimmten Standort oder während einer Schicht aufgetreten ist.
Thibault Roux, Chief Digital Officer von Burger King, sagte gegenüber The Verge: "All dies ist als Coaching-Tool gedacht". Zusätzlich arbeite man daran, künftig auch den Tonfall von Gesprächen auszuwerten.
Gegenüber Associated Press stellte das Unternehmen klar:
"Es geht nicht darum, Einzelpersonen zu bewerten oder Skripte durchzusetzen. Es geht darum, großartige Gastfreundschaft zu fördern und Managern hilfreiche Echtzeit-Einblicke zu geben, damit sie ihre Teams effektiver erkennen können."
Nicht alle teilen diesen Optimismus. Das Technikportal Gizmodo etwa warnte: Ein ständig mithörender Bot, der dem Vorgesetzten Bewertungen liefert, könne rasch in Richtung lückenloser Überwachung kippen – zumal die genauen Maßstäbe hinter dem Freundlichkeitswert im Dunkeln blieben.
Rezepte nachschlagen, Speisekarten aktualisieren
Der Chatbot ist nur ein Baustein der größeren "BK Assistant"-Plattform. Sie verknüpft Kassendaten, Küchengeräte, Lagerbestände und Drive-Thru-Gespräche miteinander.
In der Praxis heißt das: Wer nicht weiß, welcher Belag auf einen bestimmten Burger gehört, fragt einfach die KI. Gleiches gilt für das Reinigen von Küchengeräten.
Geht eine Zutat zur Neige oder fällt eine Maschine aus, schlägt das System automatisch Alarm. Innerhalb von 15 Minuten verschwinde der betroffene Artikel dann aus sämtlichen digitalen Speisekarten – egal ob am Selbstbedienungsterminal, auf der Drive-Thru-Tafel oder in der Liefer-App, erklärte Roux.
Testphase in 500 Filialen gestartet
Aktuell läuft "Patty" in rund 500 US-Restaurants im Probebetrieb. Die dahinterliegende Plattform soll nach Unternehmensangaben bis Jahresende an allen etwa 7.000 US-Standorten verfügbar sein. Auch in Kanada könnte "Patty" noch in diesem Jahr eingeführt werden.
Auf eine vollautomatische KI-Bestellannahme am Drive-Thru-Schalter verzichtet Burger King vorerst bewusst. "Wir tüfteln daran herum, wir spielen damit, aber es ist immer noch ein riskantes Unterfangen", räumte Roux ein. "Nicht jeder Gast ist dafür bereit." Weniger als 100 Filialen testen diese Variante bislang.
Konkurrenz scheiterte bereits an KI-Bestellungen
Andere Ketten haben mit ähnlichen Projekten bereits gemischte Erfahrungen gemacht. McDonald's stoppte 2024 einen gemeinsamen Versuch mit IBM, bei dem eine KI Bestellungen am Drive-Thru entgegennahm, und kooperiert nun stattdessen mit Google.
Taco Bell ruderte ebenfalls zurück, nachdem Kunden das System gezielt mit absurden Wünschen überfordert hatten.
Ob das Personal bei Burger King einen digitalen Zuhörer akzeptiert, der jede Interaktion sprachlich einordnet, muss sich erst noch zeigen. Die Trennlinie zwischen nützlichem Coaching und permanenter Kontrolle dürfte im Arbeitsalltag dünn sein.



