Wegen wiederholter Störungen des Luftverkehrs am Münchner Flughafen durch Drohnen hat Bayern die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Innenminister Dobrindt will das zur Regel machen, Justizministerin Hubig erhebt Einspruch.
04.10.2025, 14.47 Uhr
Münchner Flughafen: »Aus guten Gründen nur in sehr engen Grenzen zulässig«
Foto:Johannes Simon / Getty Images
Die Bundeswehr leistet am Flughafen München Amtshilfe bei der Überwachung, nachdem der wiederholt durch Drohnenüberflüge lahmgelegt worden war. »Ich kann Ihnen bestätigen, dass die Bundeswehr seit dem 3. Oktober 2025 in der Amtshilfe mit Fähigkeit der Drohnendetektion am Flughafen München unterstützt«, sagte eine Sprecherin des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Das bayerische Innenministerium habe sich mit der Bitte um Amtshilfe an die Bundeswehr gewandt, so die Sprecherin. Details wollte sie unter Verweis auf »operative Gründe« nicht nennen. »Grundsätzlich gilt, dass für die Gefahrenabwehr außerhalb unserer Liegenschaften die Landessicherheitsbehörden zuständig sind.« Die Bundeswehr unterstütze nur.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Freitag angekündigt, die Bundeswehr solle im Zuge von Amtshilfe am Kampf gegen Drohnen beteiligt werden. Dazu plant Dobrindt nach eigenen Angaben, schon bald einen Entwurf für ein neues Luftsicherheitsgesetz vorzulegen.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) warnte hingegen vor weitreichenden Einsätzen der Bundeswehr im Inneren. »Drohnenabwehr ist eine sicherheitspolitische Kernaufgabe«, sagte Hubig im Interview mit der »Welt am Sonntag«. »Bei Drohnenangriffen im Innern ist die Polizei gefragt.« Wo der Rechtsrahmen nachjustiert werden müsse, werde das geschehen. »Einsätze der Bundeswehr im Inneren sind aus guten Gründen nur in sehr engen Grenzen zulässig – und dabei muss es bleiben.«
Die Bremer SPD-Fraktion meldete bei Dobrindt bereits das Interesse an einem Drohnenabwehrzentrum an. In einem Brief, der dem SPIEGEL vorliegt, verwies Fraktionschef Mustafa Güngör auf die in Bremen ansässigen Konzerne aus der Rüstungs-, Luftfahrt- und Raumfahrtindustrie sowie die Häfen der Stadt. Bremen sei daher »ein besonders exponiertes Ziel von Drohnen-Spionage und -Sabotage«.



