Der Wahl-O-Mat ist ein etabliertes Werkzeug vor Wahlen in Deutschland, um herauszufinden, welche Wahlprogramme der einzelnen Parteien am besten zu den eigenen Präferenzen passen. Zu dem Thema gibt es aber auch andere Tools, die einen Blick in die Vergangenheit werfen, der helfen soll zu sehen, ob man mit den bereits getroffenen Entscheidungen der Parteien einer Meinung ist.
Das Tool Wahl-O-Mat wird seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung angeboten und soll die eigene politische Nähe zu den antretenden Parteien aufzeigen. Dabei kann man 38 vorgegebene Thesen mit "stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" beantworten. Außerdem kann man Thesen markieren, die einem wichtig erscheinen und so stärker in die finale Gewichtung einfließen. Mit Mithilfe eines Rechenmodells wird einem dann das Ergebnis mitgeteilt.
Die Alternativen mit einem anderen Ansatz
DeinWal ist zum Beispiel ein Tool. Es ermöglicht einem die Abstimmungen der letzten Legislaturperiode (2021-2025) nachzuspielen. Man wählt zu den Fragen, die im Bundestag abgestimmt wurden, "Ja", "Nein" oder "Enthalten" aus und bekommt angezeigt, welche Parteien genauso gestimmt haben. Am Ende wird einem dann prozentual angezeigt, wie stark man mit den einzelnen Parteien in seinen Ansichten zu den 23 Fragen einer Meinung ist.
Ähnlich funktioniert auch Real-O-Mat. Auch hier werden Entscheidungen der letzten Legislaturperiode zugrunde gelegt. Die Antwortmöglichkeiten sind hier "ja, finde ich auch", "nein, das geht mir zu weit" und "nein, das reicht mir nicht aus". Außerdem kann man wie auch beim Wahl-O-Mat einzelne der 20 Thesen stärker gewichten, um das Endergebnis zu beeinflussen. Zusätzlich kann man die unterschiedlichen Antworten der Parteien vergleichen und deren Begründungen nachlesen, eine Funktion, die bei DeinWal fehlt.
Auch KI kann helfen
Eine weitere Möglichkeit, an Informationen zu den Standpunkten der Parteien zu kommen, ist der KI-gestützte Wahl-Chat. Dieser Chat-Bot ermöglicht es einem, mit den Wahlprogrammen der Parteien zu interagieren und Fragen zu Themen zu stellen, die einem persönlich wichtig sind. Die Basis dafür liefern die KI-Modelle GPT-4o und -4o Mini von OpenAI.
Nachdem man eine Antwort auf seine Frage erhalten hat, kann man sich zusätzlich noch die Position der befragten Partei einordnen lassen. Das bedeutet, dass einem die Machbarkeit, kurzfristige vs. langfristige Effekte und ein Fazit aufgezeigt werden. Dann ist es auch noch möglich zu erfahren, wie sich die Partei bei den letzten Abstimmungen zu diesem Thema verhalten hat und was die Quellen für die Antwort der KI sind.
Zwei Entwickler dieses KI-Chat-Bots waren in unserem Podcast KI-Update zu Gast und erzählten, wie es dazu kam, dass sie das KI-Tool entwickelt haben. "Wir hatten das Problem, wenn wir den Wahl-O-Mat genutzt haben, dass einige der Thesen einen selbst entweder nicht betreffen oder man sich denkt, da müsste ich jetzt erst mal recherchieren", erklärt Michel Schimpf dazu.
Alternativen zum Wahl-O-Mat (5 Bilder)

Screenshot heise online
)Weitere Wahl-Tools:
(tlz)



