Nach der Öffnung der amerikanischen Börse bestätigt sich, was sich schon im Laufe des Tages abzeichnete: Der Nasdaq 100 bricht im Vergleich zum letzten Freitag um 3,6 Prozent ein.
Grund ist die chinesische Künstliche Intelligenz (KI) DeepSeek, die nach eigenen Angaben deutlich weniger Energie als amerikanische Konkurrenten verbraucht.
Nvidia besonders betroffen
Der große KI-Gewinner der letzten Monate, der Chiphersteller Nvidia, ist heute der große Verlierer an der Börse. Stand 15:50 Uhr steht ein Minus von 12,94 Prozent zu Buche. Auch die anderen sonst so starken Tech-Werte verlieren. Amazon (-3,12 Prozent), Microsoft (-4,41 Prozent), Google-Mutter-Konzern Alphabet (-3,07 Prozent) und Broadcom (-11,81 Prozent).
Nur Apple zeigt sich unbeeindruckt von der China-KI. Der iPhone-Hersteller verbucht aktuell ein Plus von 1,44 Prozent. Der Dax liegt bei einem Minus von 0,7 Prozent.
Die chinesische KI DeepSeek. Wenig ist über die Entwicklung der plötzlichen Wunder-KI bekannt
Was steckt hinter der neuen KI DeepSeek
DeepSeek ist eine kleine Revolution in der KI-Welt. Mit einem geringen Budget und kurzer Entwicklungszeit von angeblich nur zwei bis drei Monaten, konnten ähnliche, manchmal bessere Ergebnisse als bei dem Marktführer ChatGPT von OpenAI erzielt werden. Besonders bitter für Nvidia, die KI wurde angeblich mit veralteten KI-Chips von Nvidia trainiert.
Jensen Huang (61), CEO von Nvidia. Seine KI-Chips werden ohne Ende gekauft. DeepSeek könnte das ändern
Die USA schotten China von den neusten KI-Chips von Nvidia ab. DeepSeek zeigt, dass auch in kurzer Zeit und ohne Investitionen in Milliardenhöhe eine leistungsstarke KI entwickelt werden kann.
Das größte Problem für die KI-Größen wie Microsoft und Co. DeepSeek ist kostenlos und „Opensource“. Das bedeutet, jeder kann auf den Code der KI zugreifen und diesen frei für sich nutzen. Bislang mussten Firmen auf die großen Tech-Giganten der USA vertrauen, falls sie KI nutzen wollten.
Noch immer stark im Minus ist die Aktie von Siemens Energy. Aktuell verbucht sie ein Minus von 18,84 Prozent. Der Chiphersteller Infineon verbucht inzwischen noch ein Minus von 1,49 Prozent. Aixtron spezialisiert auf Maschinenbau und Halbleiter steht noch 5,43 Prozent im Minus.
Die Lage stabilisiert sich
Insgesamt scheint das Schlimmste erst mal vorüber zu sein. Die Verluste stabilisieren sich langsam. Ein wichtiger Punkt, den die deutschen und US-Tech-Aktien Deepseek voraushaben, ist der Standort. Ein Unternehmen, das unter dem Einfluss der chinesischen Regierung steht, birgt große Risiken bei der Datensicherheit.
Auch könnte DeepSeek von dem gratis auf ein Bezahlmodell umsteigen. Daher erscheint es sehr unrealistisch, dass Firmen komplett auf DeepSeek setzen. Doch der Startschuss für kleine KI-Unternehmen könnte den Tech-Giganten noch Schwierigkeiten bereiten.

