Hallo aus Hannover,
und ein frohes, gesundes 2026! Wer angesichts einer sich aufblähenden KI-Blase, der politischen Großwetterlage und der anhaltend hohen Energiekosten wenig Grund zum Optimismus sieht, richte den Blick am besten erst mal nach innnen: in die aktuelle c't, die heimischen vier Wände und die eigene Infrastruktur. Denn jeder, ob Mieter oder Eigentümer, kann zumindest die Heizkostenrechnung zu seinen Gunsten drehen – und muss dafür weder teure Technik anschaffen noch ganze Räume auf Eis legen. In der aktuellen Ausgabe stellen wir programmierbare Thermostate und andere nützliche Smart-Home-Entwicklungen vor, mit denen Sie bis zu 30 Prozent einsparen können.
Auch unser c't-Notfall-Windows ist Hilfe zur Selbsthilfe. Damit wappnen Sie sich gegen schädlingsbedinge und andere Notfälle und bringen Ihre Systeme entspannt durchs Jahr. Außerdem erklären wir, wie photonische Quantencomputer funktionieren, wie Mikroroboter Medikamente zielgenau dorthin bringen, wo der Körper sie braucht, und werfen einen Blick auf die erste 360-Grad-Drohne.
Smart heizen: Mehr Komfort, weniger Kosten
Egal ob Sie zur Miete oder in der eigenen Immobilie wohnen: Mit programmierbaren, vernetzten Thermostaten können Sie Ihre Heizkosten erheblich drücken, ohne zu frieren oder in dicke Pullis investieren zu müssen. Sensorgesteuerte Abschaltautomatiken verhindern zum Beispiel, dass Sie beim Lüften zum Fenster rausheizen oder regeln die Temperatur herunter, sobald alle Bewohner das Haus verlassen haben.
Das Einsparpotenzial ist enorm, denn seit Russlands Angriff auf die Ukraine haben sich die Gaspreise nahezu verdoppelt (von sechs bis sieben Cent auf rund 12 Cent pro Kilowattstunde) – und auch andere Energieträger wie Öl, Holz und Pellets sind deutlich teurer geworden.
Mittlerweile gibt es viele gute smarte Thermostate für um die 50 Euro, sodass sich die Anschaffung rasch amortisiert. Mein Kollege Berti Kolbow-Lehradt hat sechs Modelle getestet. Die Installation gelang bei allen leicht, doch entscheidend ist das Bedienkonzept. Denn eine lückenhafte oder zu komplizierte Programmierlogik führt schlimmstenfalls dazu, dass man teurer heizt als vorher. Im Test fand Berti die ganze Bandbreite, von der Anmutung eines Schaltpults bis hin zur klar strukturierten App mit verständlich benannten Funktionen.
Außerdem erläutern wir in unserem Schwerpunkt die wichtigsten Punkte rund um Vernetzung, Sensorzubehör, Datenschutz sowie kostenpflichtige Abos – und wie man Letztere vermeidet. Das geht zum Beispiel mit der kostenlosen Smart-Home-Software Home Assistant, die Stefan Porteck vorstellt. Wer sein Thermostat-Netzwerk damit steuert, kann Funktionen nachrüsten, die bei manchen Anbietern nur gegen Aufpreis erhältlich sind. Außerdem kann man günstiges Zubehör einbinden und ist beispielsweise nicht auf die teuren Fenstersensoren des Herstellers angewiesen. Unser Praxisartikel führt Sie durch die wichtigsten Funktionen, vom Einrichten der Zeitpläne über das Erstellen von Wenn-Dann-Befehlen bis hin zur Abschaltautomatik beim Lüften und der Anwesenheitserkennung mittels Geofencing – wahlweise via Fritzbox.
Und für die ganz Hartgesottenen unter den Heizungsoptimierern erklärt Jan Mahn, wie Sie mit der Open-Source-Software EMS-ESP und einem ESP32 Heizungen von Buderus, Bosch oder Junkers anzapfen und steuern – Tipps für Bau und Erwerb der dafür nötigen Hardware inklusive.
- Vernetzte Thermostate sparen bares Geld
- Test: Sechs smarte Thermostate im Vergleich
- Home Assistant: Smarter als die Hersteller-Apps
- Ohne Cloud: Heizung steuern mit EMS-ESP
- Monatliche Übersichten helfen beim Sparen
(Bild: Martina Bruns / KI / heise medien)
Auch das noch!
Mikroroboter bahnen sich ihren Weg durch Blutbahnen und den Liquorraum des zentralen Nervensystems. Binnen Sekunden erreichen sie ihr Ziel und applizieren Wirkstoffe dort, wo sie gebraucht werden: unmittelbar am Krankheitsherd. Innerhalb weniger Minuten nach der Wirkstoffabgabe lösen sich die Vehikel auf. Damit ließen sich nicht nur Schlaganfälle und Thrombosen rasch und schonend behandeln, sondern auch ein Krebsmedikament direkt am Tumor oder ein Antibiotikum gezielt am Infektionsherd verabreichen.
Was nach Science Fiction klingt, haben Forscher der ETH Zürich bereits im Tierversuch getestet: Sie haben ein bis zwei Millimeter große Bots aus einem neuartigen, biologisch abbaubaren Material gebaut und magnetisch von außen gesteuert durch Adern und Nervenwasser navigiert. Zur Steuerung nutzen sie das elektromagnetische Navigationssystem Navion des ETH-Spinoffs Nanoflex Robotics – und entwickelten drei magenetische Navigationsstrategien, um die Kugeln geschickt durch den teils reißenden Blutstrom und in knifflige Verzweigungen zu lotsen.
Außer Tierversuchen mit Schafen und Schweinen haben die Forscher auch Experimente an Gefäßmodellen aus Silikon durchgeführt, um die Navigationstechnik zu verfeinern. Mit einem ersten Einsatz am Menschen rechnen sie frühestens in drei bis fünf Jahren.
(Bild: Luca Donati / ETH Zürich)
Meine persönlichen Highlights
Unser Bausatz für ein Notfallsystem erstellt einen USB-Stick mit einer kuratierten Auswahl von Werkzeugen, um Windows-Installationen zu warten und zu reparieren. Die begleitenden Artikel helfen, dass Sie mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen auch kritische Situationen meistern.
Die Preise für PC-Arbeitsspeicher sind drastisch gestiegen. Das liegt vor allem, aber nicht nur am extremen RAM-Bedarf von KI-Rechenzentren: eine Analyse mit Ausblick.
Spitzen-TVs mit OLED-Displays liefern durchweg hohe Bildqualität. Aber es gibt Unterschiede, etwa bei der HDR-Wiedergabe, bei der Bedienung und erst recht beim Klang. Wer sollte sich für welches Topmodell entscheiden und warum?
Die Antigravity A1 ist die erste Drohne mit echter Rundumsicht und setzt damit neue Maßstäbe sowohl beim Fliegen als auch bei Luftaufnahmen.
Kraftsport hält fit. Jeden Tag in die Muckibude zu gehen, um seine Muskeln zu stählen, kostet aber Zeit und Nerven. Mit dem Gym Monster 2 von Speediance kommt das Fitnessstudio nach Hause. Wir klären, ob es bleiben kann.
Erstmals liefern KI-Videogeneratoren auch Tonspuren: OpenAI Sora 2 und Google Veo 3.1 bringen Sprache und Sound in KI-Clips, doch bei Stimmqualität, Logik und Dynamik hapert es noch. Wo die KI-Filme der großen Modelle heute stehen, zeigt unser Vergleich.
In natürlicher Sprache erklärt man dem Webwerkzeug SPOT, wonach es in OpenStreetMap suchen soll. Es reicht eine Frage wie „Finde alle Cafés innerhalb von 500 Metern um Kinos in Hannover“, wenn das Tool bei der Freizeitplanung helfen soll. SPOT kann aber auch dazu beitragen, die Aufnahmeorte von Fotos oder Videos aufzuspüren.
Es gibt viele Wege, einen Quantencomputer zu bauen. Ein recht unbekannter Ansatz sind Qubits aus einzelnen Lichtteilchen. Diese sogenannten photonischen Quantencomputer funktionieren grundlegend anders als bekanntere Architekturen. Denn es ist gar nicht so leicht, Licht zu kontrollieren.
(Bild: Jessica Nachtigall / KI / heise medien)
Aus der Redaktion
Für den aktuellen c't uplink begaben sich die Kollegen rund um c't-Redakteur Keywan Tonekaboni auf ganz besonderes Terrain: Die Folge wurde live auf dem 39. Chaos Communication Congress (39C3) aufgezeichnet und dreht sich um "Die Krux mit der digitalen Souveränität". Die ist ja derzeit in aller Munde, aber ist Big Tech wirklich das Problem?
Welche Konzepte sich hinter dem vielbeschworenen Schlagwort verbergen und warum es mit freier Software in öffentlicher Hand nur schleppend vorangeht, hat Keywan mit seinen Gästen Anne Roth, Bonnie Mehring und Sven Neuhaus diskutiert.
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- Story: Der Klang von Papier
(atr)



