Bitkom: Cyberangriffe kosten 289 Mrd. €

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Die Zahl der Cyberangriffe, auch staatlich motivierter Aktionen, hat in den letzten 12 Monaten stark zugenommen. Deutschen Unternehmen entsteht durch Cyberangriff ein Schaden von fast 300 Milliarden Euro pro Jahr, weist eine Bitkom-Untersuchung aus.


Industriespionage, Sabotage oder Datendiebstahl nahmen in den letzten 12 Monaten in Deutschland zu. Der Verband Bitkom hat daher mehr als 1.000 Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten und über 1 Million Euro Umsatz zwischen Mitte April und Mitte Juni 2025 nach bestimmten Einschätzungen bzw. Daten aus dem Bereich der Cyberkriminalität- und Sicherheit befragt. Das Ergebnis ist zum 18. September 2025 als Bitkom-Analyse zur Cybersicherheit in Deutschland veröffentlicht worden.

Bitkom-Analyse Cybersicherheit

Fast drei Viertel der Unternehmen fühlen sich durch analoge und digitale Angriffe stark bedroht. Als analoge Angriffe werden Diebstähle von Dokumenten, Mustern etc., Sabotage von Maschinen oder Anlagen, Diebstahl von Telefongeräten etc.  sowie das Abhören von Gesprächen bezeichnet.

Gut 87 % der Unternehmen gaben an, in den letzten 12 Monaten durch Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen worden zu sein. Nochmals 10 % vermuten, dass sie betroffen sind.

Die Schäden, die der deutschen Wirtschaft durch Cyberangriffe (Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage) entstanden sind, gibt Bitkom Research 2025 mit 289 Milliarden Euro an. Gut 70% der Schäden (rund 202,4 Milliarden Euro) werden durch Cyberattacken verursacht.  Nach wie vor verursachen kriminelle Banden den größten Teil (34%) der Schäden durch Cyberkriminalität.

Zahlungen von Lösegeld

Dabei haben Schäden, die durch Ransomware verursacht werden (34%) , den größten Anteil. Die Bitkom gibt an, dass jedes siebte Unternehmen Lösegeld bezahlt hat, um die Veröffentlichung abgezogener Daten zu verhindern.

Schäden durch Geheimdienste
Schäden durch Geheimdienste, Quelle: Bitkom

Aber auch Schäden durch Privatpersonen und ausländische Nachrichtendienste liegen auf den nächsten Positionen. Mehr als 28 Prozent der befragten Unternehmen geht davon aus, dass ausländische Geheimdienste für Angriffe verantwortlich waren. Die Bedrohungen durch hybride Kriegsführung nehmen laut der Untersuchung zu. Dabei werden China und Russland mit 46% als größte Bedrohung angegeben.

Ein Großteil (50% der Befragten geht davon aus, dass die Angreifer verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen, wobei 16% sicher sich, dass dies zutrifft. Interessant ist, dass die meisten Befragten eine Zunahme der Cyberangriffe und damit der Schäden erwarten. Da fragt man sich, ob der Ruf "Noch mehr Digitalisierung, noch mehr Cloud und neues Fass mit Sicherheitsrisiken durch KI" in Richtung Stockholm-Syndrom, Vogel-Strauß-Politik, mir wird schon nichts passieren, läuft, oder was dahinter steckt.

Der Anteil der IT-Sicherheit am IT-Budget stieg auf 18 Prozent. Bitkom-Präsident Wintergerst fordert bei den Sicherheitsbudgets müsse man "noch eine Schippe drauflegen".

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