Kürzlich habe ich hier im Blog die Over-Ear-Kopfhörer beyerdynamic Aventho 300 getestet. Jenes Modell ist bereits 2024 auf den Markt gekommen und hat mit dem Aventho 200 Ende 2025 einen kleinen Bruder erhalten. Auch jenes Modell konnte ich mir inzwischen für einen Test genauer anhören. Ist diese leicht abgespeckte Version eventuell vielleicht sogar die bessere Wahl?
Zunächst verrate ich euch, welche Funktionen des beyerdynamic Aventho 300 dem Aventho 200 fehlen. So behält man beim kleinen Bruder zwar den 45-mm-Treiber bei, bewirbt diesen aber nicht mehr explizit als STELLAR.45 (Made in Germany). Obendrein ist Dolby Atmos mit Head-Tracking der Schere zum Opfer gefallen. Dem Aventho 200 fehlt auch Unterstützung für LE Audio. Zusätzlich ist der abgedeckte Frequenzbereich etwas kleiner und reicht von 10 bis 22.000 statt von 5 bis 22.000 Hz. Im Tieftonbereich geht es also nicht ganz so tief herunter.
Technische Eckdaten der beyerdynamic Aventho 200
| Trageart | Over-Ear |
| Akustische Bauweise | Geschlossen |
| Übertragungsart | Bluetooth (drahtlos), USB-C, 3,5-mm-Klinke |
| Bluetooth-Version | 5.4 |
| Unterstützte Bluetooth-Profile | AVDTP 1.3, AVCTP 1.4, GAVDP 1.3, SPP 1.2, RFCOMM 1.2, A2DP 1.4, AVRCP 1.6.2, HFP 1.9 |
| Audio-Codecs | SBC, AAC, aptX Lossless, aptX Adaptive |
| Frequenzbereich | 10 – 22.000 Hz |
| Reichweite | 15 m |
| Gewicht | 293 g |
| Akkulaufzeit (mit ANC) | Bis zu 63 Stunden |
| Ladeanschluss | USB-C |
| Besondere Features | Adaptives ANC, Transparenzmodus, Multipoint, Trageerkennung |
| Treiber | dynamisch, 45 mm |
| Preis | 239 Euro |
Doch der beyerdynamic Aventho 200 hat gegenüber dem großen Bruder auch Vorzüge. So ist das Gewicht dieses Modells geringer (293 vs. 319 g) und die Akkulaufzeit höher (bis zu 63 vs. bis zu 50 Std.). Der Preisunterschied beträgt wiederum ca. 60 Euro.
Ausstattung und Verarbeitung
Die Verarbeitung des beyerdynamic Aventho 200 ähnelt durchaus der des Aventho 300. So nutzt der deutsche Hersteller auch hier bequeme Kopfpolster aus Memoryschaum und Metall für den verstellbaren Bügel. Das geringe Gewicht fällt allerdings sofort auf, wenn man den Over-Ear aus der Verpackung nimmt. Beim Lieferumfang fehlt hier jedoch das Hardcase für den Transport, welches dem Aventho 300 beigelegen hat, was ich als merklichen Verlust empfinde. Im Ergebnis müsst ihr den Aventho 200 im beiliegenden Stoffbeutel transportieren.
Geblieben sind im Lieferumfang passende Kabel für 3,5-mm-Klinke sowie USB-C. Somit könnt ihr auch den beyerdynamic Aventho 200 nicht nur kabellos per Bluetooth verbinden, sondern auch kabelgebunden. Die Bedienung erfolgt auch hier sowohl über die Begleit-App als auch eine Touch-Oberfläche an der rechten Ohrmuschel plus einen Schieberegler für Power und einen Button, der zwischen ANC-, Transparenz- und Standardklang wechselt. Die Touchsteuerung funktioniert genau wie am Aventho 300. Ein Wischen nach oben/unten hebt und senkt die Lautstärke, ein Wischen nach links/rechts springt Songs zurück oder nach vorne. Doppeltes Antippen pausiert bzw. startet die Wiedergabe.
In der Begleit-App wiederum könnt ihr nicht nur die aktive Geräuschunterdrückung in Stufen regeln, sondern auch die Firmware aktualisieren, einen Equalizer einrichten und mehr. ANC beinhaltet beim Aventho 300 5 verschiedene Stufen, beim Aventho 200 sind es nur drei. Auch hier ist im Übrigen eine Trageerkennung an Bord. Die Wiedergabe pausiert demnach automatisch, wenn ihr den Kopfhörer absetzt, und startet wieder, wenn ihr ihn aufsetzt. Auch eine Sidetone-Funktion für Telefonate ist wieder optional zuschaltbar.
Der beyerdynamic Aventho 200 lässt sich für den Transport zusammenfalten und auch ohne den Strom anzuknipsen per Kabel nutzen – worunter der Klang aber erheblich leidet. Haltet ihn also lieber aufgeladen. Im Übrigen kommt die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit gut hin. Zwar konnte ich keine vollen 63 Stunden erreichen, 60 Stunden waren mir ohne ANC aber durchaus möglich. Bluetooth Multipoint ist im Übrigen ebenfalls an Bord, um schnell zwischen zwei verbundenen Geräten zu wechseln.
Praxistest des beyerdynamic Aventho 200
Der beyerdynamic Aventho 200 ist dem Aventho 300 in vielen Punkten sehr ähnlich. So habe ich Dolby Atmos mit Head-Tracking persönlich zu keiner Zeit vermisst, weil ich das mehr für ein Gimmick halte. Allerdings merkt man, dass der Klang etwas weniger dynamisch auf die Ohren kommt. Das sind aber eher Nuancen als extreme Sprünge. Klanglich würde ich persönlich aber den exzellenten Aventho 300 dem immer noch sehr guten Aventho 200 vorziehen.
Anders sieht es beim Tragekomfort aus: Das geringere Gewicht macht sich durchaus bemerkbar und der Aventho 200 trägt sich gerade beim Sport nochmal eine Ecke angenehmer. Im Fitnessstudio musste ich allerdings auch bei diesem Modell feststellen, dass die aktive Geräuschunterdrückung und die eher maue, passive Isolierung die Achillesferse sind. Da sind die Konkurrenten von Bose, Sony oder sogar Apple einfach weiter. Im Fitnessstudio kamen in meinem Fall mehr Geräusche durch als bei meinem betagten Jabra Elite 85h, der jedoch klanglich natürlich durchweg unterlegen ist.
So liefert auch der Aventho 200 einen warmen Klang, den man über den Equalizer der Begleit-App gut für seine individuellen Bedürfnisse abstimmen kann. Dank aptX HD muss man sich auch um den Codec keine Sorgen machen. Vor allem die gute Räumlichkeit hat mir auch hier sehr gut gefallen, sodass ich den Kopfhörer auch für das ein oder andere Streaming-Video sehr gerne aufgesetzt habe. Ähnlich wie beim Aventho 300 ist auch der Sitz des Aventho 200 ziemlich fest, allerdings ohne auf die Ohren zu drücken. Aufgrund des geringeren Gewichts hat mir der Tragekomfort hier sogar noch mehr zugesagt, was sich bei längeren Sessions durchaus bemerkbar machen kann.
Schwächen? Der Aventho 200 integriert weniger Mikrofone als der Aventho 300, worunter nicht nur das ohnehin schwache ANC leidet, sondern auch der Transparenzmodus und die Telefonie. Letztere funktioniert zwar auch hier recht sauber, doch es dringen zu eurem Gesprächspartner definitiv mehr Umgebungsgeräusche durch. In der Summe ist ANC hier sicherlich kein Kaufargument, auch wenn es beim Pendeln durchaus Linderung verschafft – da ist die Konkurrenz aber in dieser Preisklasse ungleich stärker. Punkte sammelt beyerdynamic vielmehr beim ausgewogenen, räumlichen Sound und bei Verarbeitung und Tragekomfort.
Mein Fazit
Wer den besseren Klang und Telefonie in höherer Qualität sucht, ist beim Aventho 300 besser aufgehoben als beim Aventho 200. Da lohnt sich dann auch durchaus der Aufpreis von rund 60 Euro. Dafür trägt sich das günstigere Modell aufgrund des geringeren Gewichts noch angenehmer. Das sollte speziell Leser hellhörig machen, welche die Over-Ears beim Sport nutzen möchten. Euch ist die aktive Geräuschunterdrückung besonders wichtig? Dann hört euch erst einmal Konkurrenzmodelle von Bose und Sony an, denn hier hat beyerdynamic noch Hausaufgaben zu erledigen.
Fantastisch ist die Verarbeitung der beyerdynamic, die sehr wertig wirkt. Da steht der Aventho 200 dem großen Bruder also in nichts nach. Auch hier liegt deswegen ein empfehlenswerter Over-Ear-Kopfhörer vor, der sowohl eindeutige Schwächen (ANC) als auch Stärken (Klang, Tragekomfort) mitbringt.
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