Berlin: Russland hinter Wahlkampf-Hacks

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Ein großer Cyberangriff und eine Desinformationskampagne im Bundestagswahlkampf: Die Bundesregierung wirft Russland Einmischung vor und bestellt den Botschafter ein.

12. Dezember 2025, 12:19 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters,

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 Die Bundesregierung bestellte den Botschafter ein.
Die russische Fahne weht auf dem Gebäude der Botschaft der Russischen Föderation in Berlin: Die Bundesregierung bestellte den Botschafter ein. © Carsten Koall/​dpa

Die Bundesregierung macht Russland für mehrere Cyberangriffe und eine Desinformationskampagne im Bundestagswahlkampf verantwortlich. Der russische Botschafter sei deshalb ins Auswärtige Amt einbestellt worden, teilte das Ministerium mit. Die russische Kampagne Storm 1516 sollte Deutschland demnach destabilisieren.

Es gebe Belege für eine Einflussnahme auf Wahlen, teilte das Ministerium mit. "Russland bedroht damit ganz konkret unsere Sicherheit." Es lasse sich nun "verbindlich sagen", dass Russland versucht habe, "sowohl die letzte Bundestagswahl als auch fortlaufend die inneren Angelegenheiten der Bundesrepublik Deutschland zu beeinflussen und zu destabilisieren".

Zudem sei die Cyberattacke aus dem August 2024 klar dem als Fancy Bear bekannten Hacker-Kollektiv APT28 und der Verantwortung des russischen Militärgeheimdiensts GRU zugeordnet worden. Ziel der russischen Aktivitäten sei es, die Gesellschaft in Deutschland zu spalten und Vertrauen in die hiesigen Institutionen zu schwächen, sagte der Sprecher des Ministeriums. 

Das hänge damit zusammen, dass Deutschland das Vorgehen Russlands verurteile und Gegenmaßnahmen ergreife. Man unterstütze zudem neue Sanktionen gegen Einzelpersonen. Deutschland müsse wachsam sein. Sergei Nechaev ist russischer Botschafter in Berlin.

Dass Russland mit Desinformationskampagnen versucht, Wahlen zu beeinflussen und den politischen Diskurs in vielen Ländern vor allem der westlichen Welt zu lenken, wird lange vermutet und ist teilweise auch belegbar. Schon 2024 warnte der Verfassungsschutz vor falschen Medienseiten in der EU. Auch Doppelgänger-Accounts sind nachgewiesen. Hacker des russischen Staates verschafften sich mutmaßlich 2015 Zugang zum Deutschen Bundestag, versuchten Einfluss auf die US-Wahl 2016 zu nehmen und leakten vor der französischen Präsidentschaftswahl 2017 E-Mails von Emmanuel Macron – unter anderem.

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