Atonemo Streamplayer im Kurzcheck: Alte Anlage ohne Stress „smart“ machen

1 month ago 6


Im Regal steht noch die alte Hi-Fi-Anlage, auf dem Schreibtisch ein Paar gute Aktivboxen, aber Streaming gibt es da nicht? Bluetooth-Adapter wirken oft klanglich flau, viele Hi-Fi-Streamer gehen preislich direkt in eine andere Liga. Genau da sortiert sich der Atonemo Streamplayer ein, ein kleiner Kasten aus Schweden, der klassische Anlagen ins Netzwerk holt. Den konnte ich mir in der letzten Zeit anschauen, besser gesagt anhören. Am Ende geht es aber auch um Alternativen, logo.

Der Streamplayer ist extrem kompakt. Das Gehäuse hält sich optisch zurück, matte Oberfläche, keine Leuchte-Orgien, passt damit unauffällig neben Verstärker oder Lautsprecher. Hinten wird es übersichtlich: einmal USB-C für die Stromversorgung, dazu ein 3,5-mm-Klinkenausgang für das Audiosignal. Mehr gibt es nicht.

Im Karton liegt ein ordentliches, stoffummanteltes USB-Kabel, beim Audiokabel hat Atonemo dann den Rotstift angesetzt. Mitgeliefert wird nur Klinke-auf-Klinke. Wer auf einen Verstärker mit Cinch-Eingängen geht, braucht also ein eigenes Klinke-auf-Cinch-Kabel aus dem Fundus oder muss eins nachkaufen.

Spannender ist die Softwareseite. Der Streamplayer versteht AirPlay 2, Google Cast beziehungsweise Chromecast, dazu Spotify Connect und Tidal Connect. Im Alltag bedeutet das: Es reicht, aus der jeweiligen Musik-App heraus das Cast- oder AirPlay-Symbol zu nutzen, eine extra Fernbedienungs-App ist nicht nötig. Die Ersteinrichtung läuft über die Atonemo-App unter iOS und Android, das Setup ist in kurzer Zeit erledigt und danach spielt der Kasten wie ein normaler Netzwerk-Client im jeweiligen Ökosystem mit. Technisch setzt man auf Wi-Fi 6 im Dual-Band-Betrieb, wer hochauflösende Musikdateien streamt, kann dies bis zu 24-Bit und 192 kHz tun.

Beim Klang gibt es keine Zauberei, aber der interne DAC liefert ein sauberes Signal. Für die Preisklasse um die 100 Euro macht das Gerät einen ordentlichen Job, liegt klar über den üblichen Billig-Bluetooth-Adaptern, ohne den Sound künstlich anzudicken. Wichtig ist der Blick auf die Anschlüsse: Es gibt nur den analogen 3,5-mm-Ausgang, keine optischen oder koaxialen Digitalausgänge. Ein separater High-End-DAC lässt sich daher nicht digital füttern, hier ist am Line-Out Schluss.

Im Alltag verhält sich der Streamplayer unauffällig, was bei so einem Gerät ja gewünscht ist. Die WLAN-Verbindung läuft stabil, Aussetzer sind kein Thema. Unterm Strich zielt der Atonemo Streamplayer auf Leute, die vorhandene Lautsprecher oder Anlagen ohne Gebastel ins Streaming-Zeitalter schieben wollen. Kein Spielzeug für Mess-Fetischisten, eher ein pragmatischer Netzwerk-Zwischenstecker. Unter der Haube ist auch kein Hexenwerk, denn man hat sich, wie viele Hersteller, Know-how aus Österreich eingekauft, denn im Inneren arbeitet Hardware von StreamUnlimited.

Nun muss man schauen, in welchen Welten sich befindet. Reicht Bluetooth? Dann kann man eh Geld sparen. Selbst AirPlay ist so eine Sache, denn ich habe schon vor 15 Jahren mit den AirPort Express von Apple dumme Boxen smart gemacht. Und das Uralt-Ding bekam schon 2018 die Unterstützung für AirPlay 2. Deshalb dürfte es nicht wundern, dass es da schon x Dongles gibt, die alles Mögliche anbieten – längst unter 100 Euro. Und wenn man zu den „Größeren“ schaut: Eve hat so etwas, Belkin hat das auch und auch WiiM bietet AirPlay und mehr über einen kleinen Kasten an. Der Atonemo Streamplayer besetzt also eine Nische, die keine mehr ist. Das wird schwer.

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