
Die Notch im MacBook ist für viele (für mich unverständlich) eher ein Ärgernis als ein Feature. Das Open-Source-Projekt Atoll will das ändern und verwandelt die Aussparung in eine Art Dynamic Island für macOS. Die Idee ist simpel: Statt die Notch einfach zu ignorieren, wird sie zur Steuerzentrale für Medien, Systeminfos und diverse Werkzeuge.

Das Ganze funktioniert ziemlich unaufdringlich. Standardmäßig passiert nichts, aber sobald man mit der Maus in die Nähe der Notch kommt, klappt eine Oberfläche auf. Die Animationen sind nativ in SwiftUI umgesetzt und laufen entsprechend flüssig. Wer will, kann auch per Zwei-Finger-Geste nach unten wischen, um das Interface zu öffnen.
Atoll zeigt Mediensteuerung für Apple Music, Spotify und andere Player mit Vorschaubildern direkt in der Notch. Live Activities gibt es für Medienwiedergabe, Fokus-Modi, Bildschirmaufnahmen, Datenschutzindikatoren, Downloads und Akku-Status. Auf dem Sperrbildschirm lassen sich Widgets für Medien, Timer, Ladestand, Bluetooth-Geräte und Wetter einblenden.

Wer gerne Systemwerte im Blick hat, bekommt Infos zu CPU, GPU, Arbeitsspeicher, Netzwerk und Festplattennutzung. Dazu kommen Produktivitätswerkzeuge wie Timer, Zwischenablage-Verlauf, Farbpipette und Kalendervorschau. Die Oberfläche lässt sich anpassen, was Layout, Animationen, Hover-Verhalten und Tastenkombinationen angeht.
Eine interessante Spielerei sind die Gestensteuerungen. Wer das in den Einstellungen aktiviert, kann horizontal über die Musikansicht wischen, um zum nächsten oder vorherigen Track zu springen oder um zehn Sekunden vor- oder zurückzuspulen. Dabei lässt sich einstellen, ob die Wischgesten Tracks überspringen oder scrubben sollen, unabhängig davon, was die Buttons machen. Die Gesten lösen die gleichen haptischen Rückmeldungen und Button-Animationen aus wie das Antippen.
Die Installation läuft über ein DMG-Image, das man von GitHub herunterladen kann. Nach dem Öffnen zieht man Atoll in den Programme-Ordner und startet die App. Beim ersten Start werden die benötigten Berechtigungen abgefragt. Falls nach der Freigabe von Bedienungshilfen oder Bildschirmaufnahme nichts funktioniert, hilft meist ein Neustart der App. Wenn die Metriken leer bleiben, sollte man in den Einstellungen unter Stats die entsprechenden Kategorien aktivieren.
Atoll steht unter der GPL-v3-Lizenz und baut auf mehreren Open-Source-Projekten auf. Die Basis kommt von Boring.Notch, das die Medienplayer-Integration, AirDrop-Oberfläche und Kalenderanzeige beisteuerte. Das minimalistische Interface orientiert sich an Alcove, während die Systemmetriken wie CPU-Temperatur und Auslastung aus dem Stats-Projekt stammen. Die Wetterdaten für die Sperrbildschirm-Widgets kommen von Open Meteo, das Window-Rendering nutzt SkyLightWindow, und das Timer-Design im iOS-Stil wurde mit Erlaubnis von Wick übernommen.
Nehmt euch bei Interesse echt ein paar Minuten, das lässt sich echt vielfältig konfigurieren.
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