Foldables sind schon viele Jahre am Markt und Apple wurde immer wieder die Arbeit an einer eigenen Version nachgesagt. 2026 war es dann endlich soweit. Mit dem iPhone Duo bringt Apple erstmals ein faltbares iPhone. Außen ein kleiner Bildschirm für die schnelle Nachricht, innen deutlich mehr Platz zum Lesen und für zwei Apps nebeneinander. Ich habe das Gerät zum Launch vom Postboten in die Hand gedrückt bekommen und mich mittlerweile damit eingegroovt.
Das Design
Zusammengeklappt ist das Duo vor allem kurz und breit, eben die berühmte Reisepass-Form. Mit 254 Gramm und 11,3 Millimetern Dicke ist es außerdem ein ordentliches Stück Hardware. Das merkt man beim längeren Halten mit einer Hand schon. Vor allem, wenn man andere wesentlich leichtere Geräte gewöhnt ist. Aufgeklappt bleiben nur 5,2 Millimeter, das Gewicht verschwindet dadurch aber eben nicht. Für längere Nutzung ist es mit beiden Händen angenehmer.
Der Titanrahmen ist sauber verarbeitet, das Scharnier fühlt sich solide an. Das Öffnen erfordert etwas Kraft und auch beide Hände. Den Widerstand finde ich passend, weil die beiden Hälften sicher zusammenbleiben und das Gerät auch auf dem Weg zum vollen Öffnen in verschiedenen Stadien seine Position hält. So könnt ihr es für einen Videoanruf oder ein Video aufstellen, ohne einen separaten Ständer mitzunehmen.
Etwas ungewöhnlich sind die Platzierung von Buttons und USB-C-Port. Der Power-Button mit Touch ID sitzt an der Seite und auch dort, wo normalerweise der Daumen oder ein anderer Finger landet. Die Lautstärke-Buttons sind dagegen nach oben gewandert, weil an der Seite unter dem Power-Button noch der Camera-Control-Knopf seinen Platz gefunden hat. Dass die Lautstärke oben geregelt wird, ist im zusammengeklappten Zustand fummelig, wird aber logischer, wenn man das Duo offen und hochkant nutzt. Das ist halt eine Gewöhnungssache. Dass Apple den USB-C-Port in die obere Seite des iPhones gepackt hat - also in die Hälfte mit dem kleinen Display - ist ungewöhnlich und stört auch, wenn ihr das iPhone angesteckt nutzt. Klappt ihr es auf und zu, dann müsst ihr das Kabel immer mitnehmen.
Auf der Rückseite sind dann nur noch die zwei Kameras, der Blitz und das Mikro zu finden. MagSafe ist ebenfalls dabei. Bei Zubehör sollte man trotzdem genauer hinsehen. Längere Wallets und Zusatzakkus können unten über das kurze Gehäuse hinausragen. Vorhandenes Zubehör passt also nicht automatisch gut, nur weil die Magnete halten. Gerade wer davon schon einiges hat, sollte die Abmessungen vor dem Kauf prüfen.
Die Displays
Außen sitzen 5,4 Zoll, innen sind es 7,6 Zoll. Beide OLED-Displays unterstützen ProMotion mit bis zu 120 Hz, entsprechend flüssig wirken Animationen und das Scrollen. Die Farben sind auf beiden Bildschirme satt und naturgetreu, Blickwinkel sind sehr gut und generell ist das Bild gestochen scharf. Hier hat sich Apple für zwei der besten Displays am Markt entschieden. Die kommen wieder von Samsung 😀 Für mich unterscheiden sie sich vor allem darin, was ich darauf erledigen möchte.
Auf eine Nachricht antworten oder kurz etwas nachsehen funktioniert außen gut. Sobald die Tastatur eingeblendet ist, bleibt aber wirklich arg wenig Höhe für den eigentlichen Inhalt. Das fällt bei längeren Unterhaltungen auf, denn da sieht man davon nicht viel. Bei Webseiten kommen dann noch Cookie-Hinweise oder Newsletter-Banner dazu, die den kleinen Ausschnitt weiter zustellen. Dafür klappe ich das Duo lieber auf. Das Außendisplay ist deshalb nicht nutzlos, ersetzt für mich aber auch keinen großen normalen iPhone-Bildschirm. Ich komme vom iPhone Pro Max und bin da wirklich verwöhnt.
Innen gefällt mir die matte Nanotextur besonders gut. Sie reduziert Reflexionen, was beim Lesen angenehm ist. Zusammen mit der größeren Fläche ist das für mich der wichtigste Vorteil des Duo. Eine unsichtbare Falz gibt es trotzdem nicht. Je nach Winkel und Licht lässt sie sich erkennen, mit dem Finger ist sie ebenfalls zu spüren. Beim normalen frontalen Blick stört sie mich wenig, da sieht man sie aber auch kaum. Die matte Beschichtung macht hier einen guten Job, zaubert den Knick aber nicht weg. Wer ein vollständig glattes Display erwartet, sollte sich das vor dem Kauf mal ansehen, denn anfangs ist das gewöhnungsbedürftig. Wie haltbar das Ganze ist, muss erst die Zeit zeigen. Ich hab mir da vorsichtshalber Apple Care besorgt, da kommt man mit dem One-Paket für mehrere Geräte ganz gut weg.
Das iPhone Duo im Alltag
Auf dem Duo läuft iOS 27, kein iPadOS. Auch aufgeklappt wird daraus also nicht einfach ein iPad mini. Apple verlegt viele Bedienelemente an die Seite, darunter das Dock und Teile der App-Navigation. Das schafft etwas mehr Höhe für Inhalte, bedeutet aber auch Umgewöhnung. Gewohnte Schaltflächen sind nicht immer dort, wo ich sie bei einem iPhone erwarten würde. Das fiel mir am Anfang wirklich schwer, denn halten, klappen, Steuerelemente suchen etc. benötigt etwas Eingewöhnung. Wenn einen das nervt, schmeißt man das Teil nach kurzer Zeit in die Ecke. Man muss sich also darauf einlassen und ich gehe stark davon aus, dass Apple im Laufe der iOS-27-Entwicklung hier noch nachbessert und hoffentlich auch Feedback von den Nutzern entgegennimmt.
Wie viel der große Bildschirm bringt, hängt stark von der App ab. Gut angepasste Anwendungen nutzen die Fläche mit mehreren Spalten. Mail kann beispielsweise links den Posteingang und rechts die geöffnete Nachricht zeigen. Das ist wesentlich sinnvoller als eine bloß größer gezogene Telefonansicht, die es bei vielen Apps aktuell gibt. Andere Apps lassen schwarze Balken stehen oder verteilen ihre bisherige Oberfläche auf mehr Platz, ohne dadurch übersichtlicher zu werden. Diese Unterschiede fallen beim Wechsel zwischen Apps auf und stören mich mehr als der Falz. Hier muss man sagen, dass sich seit dem Launch wirklich viel getan hat und die bekanntesten Apps auch nachgezogen haben. Leider sind Kandidaten wie Google leider nicht die schnellsten.
Split View ist dagegen ein echter Gewinn. Zwei Apps können nebeneinander laufen, etwa Safari und Notizen. Ihr könnt auf einer Seite etwas nachlesen und auf der anderen schreiben, ohne ständig hin und her zu wechseln. App-Paare lassen sich speichern und später wieder gemeinsam öffnen. Dafür lohnt sich die zusätzliche Fläche. Sie bringt allerdings wenig, wenn die eigenen wichtigsten Apps mit dem Format noch nichts anfangen können. Das würde ich vor einem Kauf gezielt prüfen, statt auf spätere Updates zu setzen. Dazu kommt, dass ich mir von Apple mehr Anpassungen beim Multitasking wünsche. Mehr Fenster mit verschiedenen Layouts sind beispielsweise wünschenswert.
Auch beim Entsperren muss man sich umstellen. Face ID fehlt und da sitzt für mich der Stachel tief. Stattdessen sitzt Touch ID in der Seitentaste. Die Erkennung funktioniert zuverlässig, leider hat Apple aber ein Delay eingebaut. Haltet ihr den Daumen nur kurz drauf, entsperrt das iPhone nicht komplett, sondern zeigt nur die Mitteilungen an. Erst bei längerem Drücken öffnet das iPhone. Ich hoffe, da kommt noch ein Toggle. Mir fehlt trotzdem der Komfort, das iPhone nur anzusehen. Der bewusste Fingerkontakt ist ein zusätzlicher Handgriff, an den man sich erst wieder gewöhnen muss. Auch die Entsperrung via Apple Watch ersetzt Face ID nicht. Ein Punkt, den ich neben den Kameras am meisten vermisse.
Der A20 Pro hat mit der normalen Bedienung und auch schwerer Kost keine Mühe. Apps reagieren zügig, auch zwei Anwendungen in Split View laufen flüssig. Für mich ist hier die Anpassung der Software wichtiger als noch mehr Rechenleistung. Ein schneller Chip hilft wenig, wenn die App den vorhandenen Platz nicht sinnvoll nutzt. Doch dem A20 Pro kann man hier nichts vormachen. Der wird auch in zwei, drei Jahren noch alles wegputzen, was man ihm vorsetzt. Bei längerer Kamera- oder App-Last wird das Gehäuse sehr warm. Das sollte man im Hinterkopf oder besser in der Hand behalten, gerade weil das Duo geöffnet so dünn ist.
Im normalen Gebrauch komme ich mit dem Duo gerade so durch den Tag, ohne Reserve. Da muss ich aber dazu sagen, dass ich schon sehr viel auch mit dem Gerät arbeite. Nutze ich das Innendisplay intensiv, muss ich das Duo dagegen tagsüber nachladen.
Die Kameras
Auf der Rückseite verbaut Apple eine Haupt- und eine Ultraweitwinkelkamera mit jeweils 48 Megapixeln. Die normalen Fotos gefallen mir, die Kameras liefern gute Ergebnisse für den Alltag. Eine dedizierte Telekamera fehlt allerdings und das ist für mich der größte Negativpunkt hier. Die zweifache Vergrößerung entsteht durch einen Zuschnitt des Hauptsensors, nicht durch ein zusätzliches Teleobjektiv. Ich komme vom iPhone Pro Max und habe die Zoom-Linse öfter genutzt, als ich wahrhaben wollte. Das ist bei diesem Preis schade. Wer gern weiter entfernte Details fotografiert, bekommt hier quasi keinen Spielraum, wenn die Qualität noch passen soll. Wer mit dem iPhone hauptsächlich fotografiert, sollte gar nicht erst überlegen, sondern generell auf die Pro-Serie schielen. Das ist in Ordnung, was das iPhone Duo macht, aber eher auf dem Niveau des iPhone 16 minus der Tele-Linse. Ein paar Schnappschüsse findet ihr in dem Google-Fotos-Album.
Außen gibt es für Selfies eine 12-Megapixel-Kamera mit Center Stage, innen eine FaceTime-Kamera unter dem Display. Letztere hält die große Anzeigefläche weitgehend frei, die Bildqualität ist aber unter aller Sau. Für einen Videoanruf reicht die gerade so, bei wenig Licht ist man aber mit einer Kartoffel besser bedient. Kann man eigentlich lassen. 
Die Bauform eröffnet dafür andere Möglichkeiten. Ihr könnt die Hauptkamera für Selfies verwenden und euch dabei auf dem äußeren Display sehen. Mit Duo Preview bekommt auch die fotografierte Person eine Vorschau. Für Kinder gibt es außerdem eine Funktion, die Snoopy auf das Außendisplay holt und die Kinder so zum Hinschauen animiert. Das sind Funktionen, bei denen der zweite Bildschirm tatsächlich einen Zweck hat. Dazu lässt sich das halb geöffnete Gerät ohne Stativ aufstellen. Solche Möglichkeiten gefallen mir am Duo wiederum gut.
Mein Fazit
Das iPhone Duo überzeugt mich vor allem dann, wenn es offen ist. Der große matte Bildschirm macht das Lesen angenehmer und es lässt sich ohnehin mehr damit machen durch Multitasking und Co. Die solide Verarbeitung passt dazu. Weniger gut passen das hohe Gewicht und die noch uneinheitliche App-Unterstützung. Dazu fehlen mir Face ID und eine Telekamera, die ich bei einem so teuren Gerät gern hätte.
Apple möchte für das Gerät 2.299 Euro für 256 GB. Für das Geld müsst ihr den Innenbildschirm wirklich (wirklich wirklich) nutzen wollen. Wer hauptsächlich kurze Nachrichten schreibt und fotografiert, bekommt mit einem iPhone Pro das passendere Gerät. Wer dagegen häufig mehr Platz für Inhalte und zwei Anwendungen benötigt und sich mit den Einschränkungen arrangieren kann, könnte sich für das Gerät begeistern.
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4 days ago
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