Apple zeigt sich kreativ: Das US-Unternehmen schnürt ein neues Abo-Paket für seine Software-Tools Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro und weitere. Künftig können die Programme alternativ zum bisherigen Einmalkauf auch monatlich oder jährlich abonniert werden. Die Bildbearbeitung Pixelmator Pro erscheint erstmals für das iPad. Zudem wurden neue Funktionen für Final Cut Pro und Logic Pro angekündigt, wenngleich für deutschsprachige Nutzer einige Wünsche weiterhin offen bleiben.
Das neue Abo-Paket wird Apple Creator Studio genannt und kostet 12,99 Euro pro Monat oder 129 Euro pro Jahr. Es enthält Final Cut Pro, Logic Pro, Pixelmator Pro, Motion, Compressor und MainStage sowie KI-Funktionen und Premium-Inhalte für Keynote, Pages und Numbers. Zu einem späteren Zeitpunkt soll es dies auch für Freeform geben. Für die KI-Funktionen müssen die Geräte die Voraussetzungen mitbringen, die nötig sind, um Apple Intelligence einzusetzen. Nutzer, die zum Beispiel als Studenten und Lehrkräfte für den Bildungsrabatt berechtigt sind, erhalten das Paket deutlich günstiger für 2,99 Euro pro Monat bzw. 29 Euro pro Jahr. Per Familienfreigabe kann das Abo mit bis zu sechs Personen geteilt werden.
Einmalkäufe sind weiterhin möglich
Wer auch künftig die Software lieber für eine einmalige Summe kaufen möchte, kann dies weiterhin: Die Preise für Final Cut Pro (349,99 Euro), Logic Pro (229,99 Euro), Pixelmator Pro (59,99 Euro), Motion (59,99 Euro), Compressor (59,99 Euro) und MainStage (34,99 Euro) bleiben unverändert. Dies dürfte vor allem für Nutzer interessant sein, die die Software langfristig einsetzen. Wer etwa nur Final Cut Pro auf dem Mac verwendet, ist nach nicht einmal drei Jahren mit dem Einmalkauf günstiger unterwegs. Wer Final Cut Pro und Logic Pro auf dem Mac dauerhaft einsetzt, spart nach 4,5 Jahren. Die iPad-Varianten der Kreativsoftware von Apple wurden bislang nur im Abo verkauft.
Mit den Änderungen, die zum 28. Januar in Kraft treten sollen, rollt Apple offenbar auch Updates für seine Software aus. Wer allerdings bei der Videoschnittsoftware Final Cut Pro endlich auf eine deutschsprachige Unterstützung für automatische Untertitel gehofft hat, dürfte enttäuscht sein. Apple erweitert dagegen die KI-Tools für englischsprachige Audiospuren. So können Transkripte für Audio durchsucht und Objekte sowie Aktionen per visueller Suche gefunden werden. Eine neue Beat-Erkennung erlaubt das KI-gestützte Schneiden zum Musikrhythmus. Und in der iPad-Version gibt es eine neue Funktion zum Erstellen von Montagen. Nutzer können damit aus Rohmaterial automatisch Hochformat-Videos per KI generieren.
Pixelmator Pro erstmals fürs iPad
Die Musiksoftware Logic Pro wird um einen neuen KI-Session-Player für elektronische Musik erweitert (Synth Player). Audio- und MIDI-Aufnahmen durchlaufen künftig eine KI-basierte Akkorderkennung (Akkord ID), die Funktion Quick Swipe Comping kommt auf das iPad. Auf dem Tablet gibt es außerdem eine Suchfunktion im Soundbrowser, die mit natürlicher Sprache verwendet werden kann.
Die von Apple zugekaufte Bildbearbeitungssoftware Pixelmator Pro erscheint erstmals neben dem Mac auch für das iPad. Apple verspricht eine Touch-optimierte Oberfläche mit Apple-Pencil-Unterstützung. Nutzer finden eine vollständige Ebenen-Verwaltung, intelligente Auswahlwerkzeuge und beliebte Funktionen wie die Super-Resolution vor. Sowohl für den Mac als auch das iPad gibt es ein neues Verkrümmungswerkzeug.
Unterschiedliche Testphasen
Auch Apples zuletzt etwas angestaubte Office-Tools Keynote, Pages und Numbers sollen um Premium-Funktionen erweitert werden. Dazu zählen Premium-Vorlagen für Abonnenten und ein Content-Hub, der kuratierte Fotos, Grafiken und Illustrationen vorhält. In der Tabellenkalkulation Numbers gibt es mit Magic Fill eine KI-gestützte Möglichkeit, Formeln und Tabellenfüllungen einzusetzen. Außerdem werden die Apps auf das neue Liquid-Glass-Design umgestellt.
Für das neue Abo-Paket soll es eine einmonatige kostenlose Testphase für Neukunden geben. Käufer eines qualifizierten neuen Macs oder iPads erhalten sogar drei Monate kostenlos. Keynote, Pages, Numbers, Freeform sollen kostenlos verfügbar bleiben, allerdings mit eingeschränkten Features gegenüber dem Abo.
(mki)



