Amazon hat zugesagt, weitere 25 Milliarden US-Dollar in das KI-Unternehmen Anthropic zu investieren, das will dafür in den kommenden zehn Jahren Ressourcen bei Amazons Cloud-Dienst AWS für mehr als 100 Milliarden US-Dollar buchen. Das haben beide Firmen mitgeteilt und erklären, dass im Zuge dessen „die volle Claude-Plattform“ von Anthropic auf AWS zugänglich gemacht werden soll. Damit würden Unternehmen den vollen Zugriff darauf bekommen, ohne dass sie dafür ihre bisherige Infrastruktur anpassen müssen. Das wird aber nicht die besonders leistungsfähige KI-Technik Claude Mythos Preview umfassen, die wird nur ausgewählten Firmen aus dem Bereich Cybersecurity zur Verfügung gestellt.
Immer neue Milliarden-Deals
Mit dem zweistufigen Investment vertieft Amazon seine Partnerschaft mit Anthropic. Laut der Mitteilung hat der US-Konzern bislang schon acht Milliarden US-Dollar in die KI-Firma gesteckt. Damit war der weltgrößte Onlinehändler bereits einer der größten Investoren von Anthropic. Jetzt sollen zuerst fünf Milliarden folgen, weitere 20 Milliarden US-Dollar kämen „in Zukunft“. Geplant ist im Rahmen der Kooperation auch, dass Anthropic seine KI-Technik Claude auf Amazons Trainium-Chips trainieren wird. Die KI-Firma hat sich nach eigener Angabe die Option gesichert, „die künftigen Generationen von Amazons maßgeschneiderten Chips zu erwerben, sobald diese auf den Markt kommen“.
Die Vereinbarung zwischen Amazon und Anthropic folgt gerade einmal zwei Monate auf eine ähnliche mit OpenAI, die umfasst aber sogar bis zu 50 Milliarden US-Dollar von dem Onlinehändler. Anthropics Technik hat in den vergangenen Monaten enorm aufgeholt, gleichzeitig hat der Konflikt mit dem Pentagon und der US-Regierung insgesamt für Unruhe gesorgt. Weil das KI-Unternehmen rote Linien für die Nutzung seiner Technik durch das US-Militär gezogen hatte, wurde sie als Sicherheitsrisiko für die Lieferketten eingestuft. Dagegen ist Anthropic vor Gericht gezogen. Gleichzeitig hat die Firma mit der Vorstellung von Claude Mythos Preview aber für Aufsehen gesorgt, die KI soll für eine Veröffentlichung zu gefährlich sein. Deshalb gibt es schon wieder Gespräche.
(mho)



