Wer der KI hinreichend vertraut, kann mit Claude von Anthropic künftig mit einem Einzeiler auch seinen Desktop aufräumen lassen. Ein neues Software-Tool namens Cowork fungiert hierbei als eine Art Mittelsmann. Es soll deutlich einfacher zu installieren und zu bedienen sein als die Programmierhilfe Claude Code, die einige Nutzer bereits für andere Erledigungen zweckentfremdet haben. Aktuell ist Cowork vorerst nur als Research Preview und das ausschließlich für Abonnenten des teuersten Tarifs Claude Max verfügbar.
Wie Anthropic in einem Blogpost mitteilt, ist das Tool zunächst nur in der Mac-App von Claude integriert. Die Windows-Version soll später folgen. Auch die Möglichkeit, geräteübergreifend zu synchronisieren, ist geplant.
Zugriff auf ausgewählte Ordner
Mit Cowork können Nutzer Claude Zugriff auf von ihnen ausgewählte lokale Ordner gewähren. Die KI kann darin Dateien lesen, bearbeiten und erstellen. Genau dies kann auch schon Claude Code. Einige Anwender haben das Tool kurzerhand für ihre Bedürfnisse angepasst. Mit Cowork soll das alles deutlich leichter fallen. Die Software sei zudem für Aufgaben optimiert, die nichts mit Programmieren zu tun haben.
Zu diesen Anwendungsfällen zählt Anthropic beispielsweise die automatische Organisation von Downloads. Die KI kann hierbei Dateien sortieren und umbenennen. Auch das Erstellen von Spreadsheets aus Bildschirmfoto-Sammlungen oder das Generieren von Berichten aus unstrukturierten Notizen sei damit möglich.
So wird Cowork abgesichert
Cowork unterstützt die bestehenden Konnektoren für externe Datenquellen wie zum Beispiel Google Drive und ist laut Anthropic mit der Erweiterung für den Chrome-Browser kompatibel, sodass auch Aufgaben im Browser erledigt werden können.
Bedenken vor weitreichenden Befugnissen der KI will Anthropic mit den ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen zerstreuen. So müssen bestimmte Aktionen, wie das Löschen von Dateien, jeweils vom Nutzer bestätigt werden. Bei Internet-Inhalten soll es eine Warnung vor Prompt-Injections geben, sodass nicht ungewollt schadhafte Anweisungen ausgeführt werden. Anthropic arbeitet ferner an Abwehrmaßnahmen gegen Agent-Safety-Risiken. Und Claude soll nur jene Ordner und Connectors nutzen können, die Nutzer explizit dafür freigegeben haben.
Cowork soll nach der Abostufe Claude Max schrittweise auch für andere Abonnenten freigegeben werden. Interessierte haben zudem die Möglichkeit, in einem Formular ihr Interesse zu bekunden und sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Inwieweit das einen Zeitvorteil bringt, ist allerdings unklar.
(mki)



