Amazon kauft Globalstar: Satellitenfunk für iPhone, Apple Watch und das eigene Leo-Netz

1 week ago 6

Amazon schnappt sich Globalstar. Der Konzern übernimmt den Satellitenfunkanbieter komplett und holt sich damit Frequenzen, bestehende Satelliten, Bodeninfrastruktur und das nötige Know-how ins Haus. Das alles zahlt direkt auf Amazon Leo ein, das geplante Netz aus Satelliten im niedrigen Erdorbit, mit dem Amazon ohnehin ins Geschäft mit Breitband aus dem All einsteigen will.

Spannend wird das beim Thema Direct-to-Device. Globalstar bringt Erfahrung mit Verbindungen direkt zum Smartphone mit, ohne extra Hardware wie Sat-Modems. Künftige Leo-Generationen sollen genau das nutzen und Mobilfunkbetreiber dabei unterstützen, Sprache, SMS und Daten in Gegenden zu bringen, in denen kein klassischer Mobilfunkmast steht. Gedacht ist das für ländliche Räume, Funklöcher entlang von Verkehrswegen oder Gegenden, in denen Infrastruktur nach Naturkatastrophen ausfällt.

Parallel dazu haben Amazon und Apple eine Vereinbarung geschlossen. Amazon Leo soll die Satellitenfunktionen unterstützen, die derzeit schon über Globalstar auf iPhone und Apple Watch laufen. Bisher setzt Apple bei Geräten ab iPhone 14 und bei der Apple Watch Ultra 3 auf Globalstar für Notruf per Satellit, Standortfreigabe, Kurznachrichten an Kontakte und Pannendienste. Künftig wird Amazon Leo diese Dienste im Hintergrund weiter absichern und mit den neuen Satelliten verknüpfen. Apple und Amazon wollen zudem bei künftigen Satellitenfunktionen zusammenarbeiten, die dann auf das erweiterte Leo-Netz setzen.

Globalstar selbst bleibt als Technikbasis erhalten. Die aktuelle Flotte und neue Satelliten mit mehr Bandbreite sollen zusammen mit den Leo-Satelliten laufen. Wichtig ist hier das bereits global koordinierte Funkspektrum, das für mobile Satellitendienste freigegeben ist. Genau darauf baut Amazon auf, um ein durchgängiges Netz für Privatkunden, Unternehmen und Behörden aufzubauen, das nicht an Landesgrenzen oder Funklöchern hängen bleibt.

Ab 2028 plant Amazon eine eigene Direct-to-Device-Architektur innerhalb von Leo. Ziel: mehr Datendurchsatz pro Frequenzeinheit als bei älteren Direktverbindungen zum Handy, damit nicht nur ein paar Notruf-SMS durchkommen, sondern auch höherwertige Dienste laufen können. Die neuen D2D-Satelliten sollen eng mit den ersten Leo-Generationen verzahnt sein, damit ein gemeinsames Netz entsteht, das feste Anschlüsse, Backhaul für Mobilfunker und direkte Handyverbindungen abdeckt. Angedacht ist Kapazität für hunderte Millionen Endpunkte weltweit.

Globalstar-Aktionäre können pro Aktie entweder 90,00 US-Dollar in bar oder 0,3210 Amazon-Aktien mit einem maximalen Gegenwert von 90,00 US-Dollar wählen. Maximal 40 Prozent der Aktien werden in bar abgefunden, der Rest läuft über Amazon-Papiere. Sollte Globalstar bestimmte Betriebsmeilensteine nicht erreichen, kann der Kaufpreis um bis zu 110 Millionen US-Dollar sinken. Etwa 58 Prozent der stimmberechtigten Anteile haben dem Deal schriftlich zugestimmt. Der Abschluss ist für 2027 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und technischer Meilensteine bei den nächsten Globalstar-Satelliten.

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