Amazon Alexa Tablet 12 Pro im Test: Das Premium-Gefühl mit Google Play Store

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 Das Premium-Gefühl mit Google Play Store

Wer hier im Blog regelmäßig mitliest, der kennt vielleicht meine pragmatische Haltung zu Amazon-Hardware. Die Echo-Lautsprecher, die Fire TV-Sticks und die eero-Router kann man, je nach Setup daheim, sicherlich schmerzlos für eine gewisse Zeit nutzen (FireTV-Stick, I'm looking at you).

Wenn es aber um die Tablets von Amazon ging, war ich in der Vergangenheit oft eher unterwältigt. Meistens handelte es sich um günstige Plastikbomber, die primär als reine Medienkonsum-Maschinen für Prime Video dienten, vollgestopft mit Amazon-Diensten und stark beschnitten, da der Google Play Store schlichtweg fehlte.

Aber jetzt hat Amazon unter anderem das neue Alexa Tablet 12 Pro auf den Schreibtisch geworfen. Und was soll ich euch sagen? Da hat sich hinter den Kulissen gewaltig etwas verändert. Das liegt höchstwahrscheinlich an einer sehr prominenten Personalie: Panos Panay, der ehemalige Chef der Microsoft-Surface-Sparte, der vor knapp drei Jahren zu Amazon gewechselt ist. Man merkt an jeder Kante, jedem Scharnier und jeder Software-Ecke: Hier durften mal Menschen ran, die wissen, wie man Geräte baut. Dennoch war es eine wilde Achterbahnfahrt mit dem Gerät.

Design, Verarbeitung und das Surface-Gefühl

Sobald man das Alexa Tablet 12 Pro in die Hand nimmt, fällt auf: Das ist kein billiges Spielzeug mehr. Die Verarbeitung ist auf einem Level, das man sonst eher von den teuren Geräten aus Redmond oder Cupertino kennt. Das Gehäuse fühlt sich extrem wertig an, es verwindet sich nichts und die Gewichtsverteilung ist hervorragend ausbalanciert.

Richtig gut gelöst sind die optionalen Zubehörteile. Wer das sogenannte Productivity-Bundle (für rund 150 Euro extra) dazukauft, bekommt ein Keyboard-Cover, das extrem stark an die Surface-Pro-Tastaturen erinnert. Gibt ja Menschen, die mochten die.

 Das Premium-Gefühl mit Google Play Store

Der Kickstand an der Rückseite wird magnetisch gehalten. Anstatt dass das Teil bei jedem Aufklappen verrutscht oder abfällt (eine absolute Krankheit bei vielen günstigen Android-Tablets), hat Amazon hier gut gearbeitet. Klappt man das Cover zu, geht das Tablet artig in den Standby-Modus; klappt man es auf, wacht es auf - eigentlich ein Standard. Selbst das verbaute Trackpad arbeitet für Android-Verhältnisse erstaunlich präzise und flüssig. Immer, wenn Finger auf das Gerät treffen, muss es bei mir zu 100 % sitzen, sonst bin ich schon genervt. Und dazu komme ich nun.

Display: 120 Hz und eine geniale matte Option

Schauen wir uns den Bildschirm an, denn da gucken wir schließlich die ganze Zeit drauf. Wir sprechen hier über ein 12 Zoll (ca. 30,5 cm) großes IPS-LCD-Panel. Erwartet hier keine perfekten OLED-Schwarzwerte, dafür bekommt ihr aber natürliche Farben und einen knackigen Kontrast. Mit einer Auflösung von 2.800 x 1.840 Pixeln im produktiven 3:2-Format ist das Panel knackscharf.

Gerade das 3:2-Format ist ein Segen fürs Surfen und Arbeiten, da man vertikal viel mehr Inhalt sieht als bei den typischen 16:9-Kinobildschirmen. Die Bildwiederholrate liegt bei flüssigen 120 Hz und die Helligkeit geht mit rund 500 Nits völlig in Ordnung. Für den Home-Office-Schreibtisch, die Couch oder den Zug reicht das dicke.

Mein persönlicher Favorit ist aber eine Option, die beim Pro-Modell für einen Aufpreis von 50 Euro wählbar ist: das Nano-Matte-Coating. Gerade in den letzten ein, zwei Jahren feiern matte Displays endlich ein echtes Comeback. Es reduziert nervige Spiegelungen von Deckenlampen massiv und bietet beim Schreiben und Zeichnen einen wunderbaren, leichten Widerstand. Wer nicht zwingend auf spiegelndes Hochglanzglas steht und das Gerät nicht nur im Dunkeln nutzt, sollte hier definitiv zur matten Version greifen. Gelegenheitsnutzer: Spart euch den Aufpreis.

Nun aber zum Display im Zusammenspiel mit der Hardware. Ich wäre nach 10 Minuten an einem Punkt gewesen, an dem ich gesagt hätte: Nicht kaufen, never, auf keinen Fall. Ich komme mir vor wie vor 100 Jahren. Nehme ich das Tablet in die Hand, dann passiert es ja, dass mal der Daumen ein paar mm auf das Display ragt.

Das ist heute absolut kein Problem mehr für viele Tablets. Mit links halten (und Handballen oder Finger auf dem Display) und mit rechts bedienen. Kein Problem. Was macht das Amazon-Gerät? Nichts. Linker Finger ist quasi erste Prio, der macht aber nix - und das ganze Tablet lässt sich nicht bedienen. Kein Swipe auf dem Home-Bildschirm. Kein, oder maximal zuckeliges Scrollen und Zoomen im Browser. Dachte schon, ich sei im falschen Film, suchte die versteckte Kamera und war kurz der irrigen Meinung, ein WeTab in der Hand zu halten. Anderer Launcher? Keine Abhilfe. Software auf aktuellem Stand? Natürlich. Ich habe da schon bei Amazon nachgehakt …mich stört das nämlich wirklich.

Leistung und der wichtigste Punkt: Software

Kommen wir zum verbauten Innenleben. Amazon setzt hier auf einen MediaTek-Dimensity-8400-Prozessor, der im Standardmodell von soliden 8 GB RAM und 128 GB internem Speicher flankiert wird (die Kombi 16 GB / 256 GB gibt es wohl gar nicht in Deutschland momentan, weil ausverkauft). 128 GB können aber bei Tablets knapp werden - und da haste nicht mal die Möglichkeit, eine microSD-Karte reinzuflanken. Schade!

Um das realistisch einzuordnen: Wir bewegen uns hier nicht im absoluten High-End-Bereich, sondern in der soliden oberen Mittelklasse. Für den täglichen Einsatz (Surfen, Mails, YouTube (haha, ich habe nicht mal Prime Video gesagt!), Multitasking und auch die meisten Spiele) reicht das aber völlig aus. Wer schweres 4K-Video-Rendering betreiben will, greift ohnehin zu anderen Geräten.

Eine Überraschung wartet beim Betriebssystem. Das Tablet läuft ab Werk mit Android 16. Amazon verspricht zudem vier Jahre garantierte Software-Updates (also bis hin zu Android 17 und lange Sicherheitspatches). Und jetzt haltet euch fest: Wir haben vollen, offiziellen Zugriff auf den Google Play Store. Keine Frickelei mehr mit Sideloading oder dem oftmals eingeschränkten Amazon Appstore. Klar, eine unübersehbare Alexa-Taste klebt fest unten auf dem Homescreen, aber ansonsten ist das ein fast waschechtes, offenes Android-Erlebnis, wie wir uns das seit Jahren von Amazon gewünscht haben.

Smart Home? Die neue Alexa kann manchmal wenig. Hat auf Zuruf keine Smart-Home-Steuerung geöffnet. Hat behauptet, sie würde keine Gruppen finden, und selbst explizite Ansagen, ein Gerät zu steuern, funktionieren nicht immer. Mal ging es, mal nicht. Erstens aber wirklich häufiger. Vielleicht auch Schluckauf bei mir. Immerhin: Ihr könnt ja Gemini auf Zuruf heraufbeschwören. Faustregel: Da Alexa+ in der Cloud beheimatet ist größtenteils, sollte es auf dem Tablet so laufen wie auf euren Echos oder so.

Stiftbedienung: Ein Traum für Notizen und Skizzen

Wer sich für das Productivity-Bundle entscheidet, bekommt neben der Tastatur auch den Eingabestift. Hier hat das Entwicklerteam offenbar die Sensoren im Display extrem engmaschig kalibriert.

Der Stift reagiert gut. Egal, ob schnelle Notizen oder detaillierte Skizzen, die Eingabe ist meines Erachtens präzise, die Druckstufen greifen sauber ineinander und durch das matte Display fühlt es sich fast an, als würde man mit einem Bleistift auf Papier zeichnen. Aufgeladen und verstaut wird der Stylus ganz bequem magnetisch an der Oberseite des Tablets.

Smarte Features: Lesen wie auf dem Kindle

Da es sich um ein Amazon-Gerät handelt, darf die Verzahnung mit den hauseigenen Diensten natürlich nicht fehlen. Besonders gut hat mir ein spezieller Kindle-Modus gefallen. Sobald ihr in die Kindle-Lese-App wechselt, könnt ihr das Tablet in einen Modus versetzen, der die Farben entweder komplett entsättigt (für pures Schwarz-Weiß) oder in einen sogenannten Color-Paper-Modus schaltet. Letzterer dimmt die intensiven Farben angenehm herunter, nimmt die Schärfe aus dem Panel und schont die Augen beim Lesen deutlich. Verlasst ihr die Buch-App, blendet das System sanft wieder in die volle Farbdarstellung über. Das ist eine kleine, aber extrem praktische Software-Lösung, die das Tablet zu einem riesigen E-Reader macht. Ja, natürlich weder so leicht und handlich, but you know, what i mean.

Mein Fazit zum Alexa Tablet 12 Pro

Ziehen wir einen Strich drunter. Machen wir uns nichts vor: Das Amazon Alexa Tablet 12 Pro ist eine faustdicke Überraschung. Die Zeiten, in denen Amazon nur billige Plastik-Tablets auf den Markt geworfen hat, scheinen zumindest in der neuen Pro-Reihe endgültig vorbei zu sein. Panos Panay und sein Team haben hier ganze Arbeit geleistet. Das Software-Team muss aber vielleicht noch mal ran.

Ihr bekommt ein hervorragend verarbeitetes Tablet mit einem starken 120-Hz-Display im produktiven 3:2-Format, soliden Mittelklasse-und-etwas-mehr-Spezifikationen und, endlich, den vollen Google Play Store. Das optionale Keyboard-Cover und der Stift spielen in einer Liga, für die andere Hersteller gerne mal den doppelten Preis aufrufen.

Ist es der absolute iPad-Pro-Killer? Nein, natürlich nicht. Wer maximale Rechenpower für aufwendige 3D-Anwendungen sucht, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wer aber ein zuverlässiges, gut verarbeitetes Tablet für Notizen, Mails und Medienkonsum sucht, bekommt hier ein gutes Paket. Wobei man fairerweise sagen muss, dass ein reines Konsum-Tablet auch schon für weniger zu haben ist, nech?

Der Sound ist auch gut, die Kamera okay. Der Akku soll 16 Stunden Videowiedergabe durchhalten, im Alltag beim Surfen und anstrengenden Arbeiten bei hellem Display ist das aber deutlich weniger. Alles so weit okay - bis auf (mein?) Display-Problem und die smarte Assistentin Alexa (PLUS!), die bei mir ab und an so gar nicht smart war. Sollte ich in Sachen Display was hören, lege ich nach. Ich hoffe, Amazon lässt gute Updates folgen, die Hardware hat es verdient,.

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Modell Amazon Alexa Tablet 12 Pro Nanomatte Amazon Alexa Tablet 12 Pro Amazon Alexa Tablet 11 Amazon Alexa Tablet 8
Preis 559,99 Euro 499,99 Euro 329,99 Euro 229,99 Euro
Display 12 Zoll (ca. 30,5 cm) 2,8K Nanomatte-Touchscreen, entspiegelt, bis zu 120 Hz 12 Zoll (ca. 30,5 cm) 2,8K-Touchscreen, bis zu 120 Hz 11 Zoll (ca. 27,9 cm) 2,5K-Touchscreen, bis zu 90 Hz 8,7 Zoll (ca. 22,1 cm) Touchscreen
Auflösung 2.800 x 1.840 Pixel (280 ppi) 2.800 x 1.840 Pixel (280 ppi) 2.560 x 1.600 Pixel (276 ppi) 1.340 x 800 Pixel (180 ppi)
Prozessor MediaTek Dimensity 8400 MediaTek Dimensity 8400 MediaTek 8189 8-Kern-CPU (bis zu 2 GHz) MediaTek 8189 8-Kern-CPU (bis zu 2 GHz)
Arbeitsspeicher 8 GB oder 16 GB RAM 8 GB oder 16 GB RAM 8 GB RAM 4 GB RAM
Speicherplatz 128 GB oder 256 GB 128 GB oder 256 GB 128 GB 64 GB oder 128 GB
Akkulaufzeit Bis zu 16 Stunden Videowiedergabe Bis zu 16 Stunden Videowiedergabe Bis zu 15 Stunden Videowiedergabe Bis zu 14 Stunden Videowiedergabe
Gewicht 550 Gramm 550 Gramm 466 Gramm 329 Gramm
Anschlüsse USB-C (Laden, Audio, DisplayPort, Daten via USB 3.0 bis zu 5 Gbit/s) USB-C (Laden, Audio, DisplayPort, Daten via USB 3.0 bis zu 5 Gbit/s) USB-C (Laden, Audio, Daten via USB 2.0 bis zu 480 Mbit/s) USB-C (Laden, Audio, Daten via USB 2.0 bis zu 480 Mbit/s)
Frontkamera 8 MP (1080p Full-HD) 8 MP (1080p Full-HD) 8 MP (1080p Full-HD) 5 MP (1080p HD)
Hauptkamera 13 MP (1080p Full-HD) 13 MP (1080p Full-HD) 8 MP (1080p Full-HD) 8 MP (1080p HD)
Optionales Zubehör Alexa Tablet Pro-Tastatur, Alexa Tablet Pro-Eingabestift, Klapphülle, 35W-Dual-USB-C-Netzteil Alexa Tablet Pro-Tastatur, Alexa Tablet Pro-Eingabestift, Klapphülle, 35W-Dual-USB-C-Netzteil Klapphülle, Maxeye-Eingabestift, Bluetooth-Tastaturhülle, 35W-Dual-USB-C-Netzteil Hülle, 35W-Dual-USB-C-Netzteil

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