Amazon verleiht seinem Tablet-Line-up einen neuen Anstrich. Man verkauft die mobilen Geräte nicht mehr unter der Fire-Marke, sondern als Alexa-Reihe. Ich konnte mir das Mittelklasse-Modell, das Amazon Alexa Tablet 11, für euch im Test anschauen. Das Gerät steht zwischen dem Einstiegsmodell Alexa Tablet 8 sowie dem Flaggschiff Alexa Tablet 12 Pro. Handelt es sich hier für viele Nutzer um den Sweet-Spot oder sitzt das Gerät vielmehr zwischen den Stühlen?
Das Alexa Tablet 11 gibt es in zwei Versionen. Beide unterscheiden sich nur im verbauten Speicherplatz, der wahlweise 64 bzw. 128 GByte beträgt. Ein Teil ist natürlich ab Werk vom System und den Standard-Apps belegt. Der große Vorteil der neuesten Generation: Amazon hat seinen Widerstand aufgegeben und setzt nun auf die Google-Dienste sowie den Play Store. Das dürfte für viele potenzielle Käufer ein echter Gamechanger sein.
Technische Eckdaten des Amazon Alexa Tablet 11
| Name | Alexa Tablet 11 (2026) |
| Generation | 1st Gen |
| Displaygröße | 11,0 Zoll |
| Auflösung | 2.560 × 1.600 Pixel (IPS) |
| Pixeldichte | 276 ppi |
| HD-Unterstützung | Nein |
| Arbeitsspeicher | 8 GB LPDDR5 |
| Interner Speicher | 64 GB oder 128 GB |
| Speichererweiterung | Nein |
| SoC | MediaTek MT8189 (Kompanio 540) |
| CPU | 2 × Cortex-A78 @ 2,0 GHz + 6 × Cortex-A55 @ 2,0 GHz |
| GPU | Mali-G57 MC2 @ 880 MHz |
| WLAN | Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax), 2,4 GHz und 5 GHz |
| Bluetooth | Bluetooth 5.3 BLE |
| Standortdienste | WLAN-basiert |
| Betriebssystem | Android 16 |
| API-Level | API Level 36 |
| Standard-Heap | 256 MB |
| Großer Heap | 512 MB |
| Frontkamera | 8 MP |
| Rückkamera | 8 MP mit Autofokus |
| Mikrofone | 2 Mikrofone |
| Beschleunigungssensor | Ja |
| Kompass | Nein |
| Gyroskop | Nein |
| Lichtsensor | Ja |
| Näherungssensor | Nein |
Das Alexa Tablet 11 verfügt nicht über die fancy Option, ein Nanomatte-Display zu verwenden, und arbeitet mit einem deutlich (!) schwächeren Chip als das Alexa 12 Pro. Statt des MediaTek MT8793N, der dem MediaTek Dimensity 8400 extrem nahesteht, ist hier nur ein MediaTek MT8189 alias Kompanio 540 verbaut. Dieser Chip steckt sonst eher in günstigen Chromebooks. Der Performance-Abstand zum Alexa 12 Pro ist damit ziemlich groß. Spoiler: Das merkt man auch im Alltag.
- Schnelle Performance, Akku für den ganzen Tag: Bis zu 15 Stunden Videowiedergabe. Flotte Performance mit...
- Beeindruckendes Display mit 2,5K-Auflösung: Schauen, Lesen und Gestalten in gestochen scharfen Details...
- Fühlt sich so gut an, wie es aussieht: dünnes, leichtes und robustes Aluminium-Unibody-Design.
Ausstattung und Verarbeitung des Alexa Tablet 11
Caschy hatte sich in seinem Test des Alexa Tablet 12 Pro über die Verarbeitung gefreut. Unter anderem bietet das Flaggschiff-Tablet ein Metallgehäuse. Das Alexa Tablet 11 hingegen besteht jedoch aus Plastik. Dennoch fühlt sich das schlanke Tablet aber hochwertig an. Abgespeckt wurde hier im Übrigen auch die Rear-Kamera, welche nun mit 8 statt 13 Megapixeln auskommen muss. Aber mal ernsthaft: Wer fotografiert schon groß mit seinem Tablet?
Ein wenig unschön ist natürlich, dass das Tablet am Ende immer auf seiner Kameralinse liegt, weil diese hinten heraussticht. Eine dickere Schutzhülle, welche das ausgleicht, ist also Pflicht. Ab Werk kommt im Übrigen noch das bereits veraltete Android 16 als Betriebssystem zum Einsatz. Finde ich etwas unschön, da hätte Amazon direkt mit Android 17 loslegen können, wenn man seine Tablet-Reihe schon frisch aufzieht.
Im Lieferumfang findet ihr im Übrigen auch noch ein geflochtenes USB-Kabel vor. Ein Netzteil müsst ihr selbst bereithalten. An der rechten Seite des Alexa Tablet 11 sitzt der USB-Anschluss zur Aufladung. Links findet ihr den Powerbutton mit integriertem Fingerabdruckscanner. Und an der Oberseite sitzen die beiden Lautstärketasten. Mir hat das mobile Endgerät im Übrigen in der Version mit 128 GByte Speicher (ohne Werbung) vorgelegen. Diese kostet 399,99 Euro. Mit Werbung sind es 20 Euro weniger. Alternativ gibt es die Variante mit 64 GByte Speicher für 329,99 Euro mit bzw. 349,99 Euro ohne Werbung.
Das LC-Display mit 11 Zoll Diagonale und einer Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln finde ich übrigens sehr gelungen, auch wenn bedauerlicherweise HDR-Unterstützung fehlt. Klar, ein OLED-Screen wäre zu bevorzugen, in dieser Preisklasse aber wohl zu viel verlangt. So sieht man bei jedem Systemstart erst einmal das sehr präsente Blooming um das weiße Amazon-Logo auf schwarzem Untergrund. Dennoch gefällt mir der Bildschirm mit seinen recht kräftigen Farben und für den Alltag ausreichender Helligkeit.
Leistung und System im Alltag
Ich habe das Amazon Alexa Tablet 11 auch durch einige Benchmarks geschickt, die Ergebnisse findet ihr unten in den Screenshots. Die Tests haben sich teilweise (Geekbench 7) sehr lange hingezogen. Im Falle von Geekbench 7 stürzte das GPU-Benchmark sogar stets ab, weswegen ich keine Ergebnisse vorzeigen kann. So merkt man, dass der verbaute Chip von MediaTek nicht der schnellste ist. Dieser steckt übrigens auch im kleineren Alexa Tablet 8. Gern würde ich jetzt schreiben, "reicht aber dicke für den Multimedia-Alltag", kann das jedoch nicht unbesehen.
So habe ich für meine Frau, die bald im Wochenbett relativ stark gebunden sein wird, auch das Flaggschiff Alexa Tablet 12 Pro gekauft und kann es daher direkt mit dem Tablet 11 vergleichen. Während das Pro-Modell in der Regel butterweich durchs System flutscht, ruckelt das Alexa Tablet 11 gerne auch im Menü vor sich hin. Untermenüs öffnen sich ab und an mit merklicher Verzögerung und auch Apps starten langsamer. Falls ihr ab und an mal ein Spielchen auf dem Tablet wagen mögt, schließlich bietet sich das große LC-Display etwa für eine Runde "Animal Crossing: Pocket Camp" an, dann erwartet hier keine Performance-Wunder.
Der Titel von Nintendo kommt da aufgrund jahrelanger Optimierungen noch gut weg, aber aktuellere Mobile Games bzw. herausforderendere Titel wie "Genshin Impact" fühlen sich auf dem Alexa Tablet 11 nicht wirklich wohl. Da nützt dann auch die Display-Bildwiederholrate von 90 Hz generell nichts, wenn das SoC nicht hinterherkommt. Nett ist natürlich, dass Amazon Luna hier eine Alternative sein kann und ohnehin vorinstalliert ist. Die meisten Käufer dieses Geräts dürften wohl Prime-Kunden sein und somit direkt eine Alternative zu lokal berechneten Games vor der Nase haben.
Im Übrigen sind die Lautsprecher des Alexa Tablet 11 deutlich mauer als beim Flaggschiff. Das ist es auch mehr ein Gag, dass ihr Dolby Atmos aktivieren könnt. Was ich auch festhalten muss: Das "ungewöhnliche" Touch-Verhalten, welches Caschy am Alexa Tablet 12 Pro ausgiebig bemängelt hat, zeichnet auch das Alexa Tablet 11 aus. Kommt ihr also mit einem Finger auf den Rand des Displays, könnt ihr es mit der anderen Hand nicht mehr bedienen. Seltsam daran ist: Das war bei älteren Fire-Tablets noch anders, ist also ein Rückschritt.
So schlägt sich das Alexa Tablet 11 im Alltag
Wie schon erwähnt, habe ich für meine Frau auch das Alexa Tablet 12 Pro (mit Upgrade-Rabatt) gekauft. Genau diese Entscheidung macht mir die Nutzung des Alexa Tablet 11 eher madig. Klar, das gibt es einen erheblichen Preisunterschied. Aber aus meiner Sicht hat Amazon beim Chip leider am falschen Ende gespart. Der verbaute MediaTek MT8189 kommt zu schnell an seine Grenzen, da eben schon die Systemoberfläche überraschend schnell ins Stocken gerät.
Vielleicht ist da aber auch noch Optimierungsarbeit notwendig, schließlich sind die neuen Alexa-Tablets die 1. Generation von Amazon, die auch die Google-Dienste und den Play Store offiziell einbinden. Im Übrigen solltet ihr schon Interesse an Alexa+ haben, wenn ihr euch eines der Geräte kauft. Denn die KI-Assistenz lauert ständig in der unteren, rechten Bildschirmecke auf dem Homescreen. Oben links, also genau entgegengesetzt, gibt es hingegen ein kleines Widget-Fenster mit Uhrzeit, der Möglichkeit, eure zuletzt angesehenen Streaming-Inhalte fortzusetzen, und anderen Shortcuts. Sollte euch das zu unruhig sein, könnt ihr aber auch einrichten, dass dort nur die Uhrzeit prangt.
Spannend ist, dass das Alexa Tablet 11 bei den Display-Einstellungen deutlich eingeschränkter ist als das Alexa Tablet 12 Pro. Etwa bietet es hinsichtlich der Farben nur eine Wahloption, nämlich "Natürlich". An beiden Tablets ist es im Übrigen nicht möglich, die Standard-Bildwiederholrate von 90 bzw. 120 Hz manuell zu ändern, um etwa den Akku zu schonen. Schade, denn üblicherweise lässt sich das an Android-Geräten ja justieren.
Nutzt ihr das Alexa Tablet 11 in erster Linie als mobiles Streaming-Gerät, dann schlägt sich das Tablet sehr gut. Denn während ich vom verbauten Chip enttäuscht bin, kann ich das Gegenteil vom Display sagen. Videos sehen darauf klasse aus. Es ist zwar nur eine Edge-LED-Beleuchtung verbaut, kein Mini LED, aber Lichthöfe fallen eigentlich nur auf, wenn ihr die Helligkeit maximal aufdreht und dann dunkle Bildinhalte abspielt. Allerdings tendiert Schwarz stets etwas ins Gräuliche, was man vor allem dann merkt, wenn das Tablet mit recht wenig Umgebungslicht verwendet wird.
Wie schon angedeutet, ist auch leichtes Gaming mit Amazons Alexa Tablet 11 möglich, "Fortnite" solltet ihr euch jedoch lieber sparen. Auch ist noch zu erwähnen, dass diesem Modell die magnetischen Kontakte fehlen, welche den Anschluss eines Tastatur-Docks ermöglichen könnten. Wer also auch ein paar Produktivitätsanwendungen nutzen will, ist mit dem Alexa Tablet 12 Pro besser beraten.
Mein Fazit
Ich habe das Alexa Tablet 11 in diesem Test oft mit dem deutlich besseren, aber eben auch teureren, Alexa Tablet 12 Pro verglichen. Wer letzteres mit Upgrade-Rabatt kaufen kann, dem würde ich definitiv eher zum Flaggschiff raten. Doch für sich genommen ist das Mittelklasse-Modell von Amazon durchaus zu gebrauchen. Es gibt aber eben klare Plus- und Minuspunkte. Der schwache Chip etwa ächt bereits beim Navigieren durch die Systemoberfläche und das sollte eigentlich nicht so sein. Eventuell können dabei aber noch einige Software-Optimierungen helfen.
Der Bildschirm ist hingegen sehr gelungen und liefert mit 90 Hz und seiner Auflösung von 2.560 × 1.600 Pixeln auf 11 Zoll Diagonale (fast) alles, was man für die Multimedia-Wiedergabe benötigt. Der Verzicht auf HDR ist nachvollziehbar, denn ohne Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung ist das bei einem LC-Display ohnehin meist kein schöner Anblick. Auch die Verarbeitung und das elegante Design des Alexa Tablet 11 wissen zu gefallen.
Leichtes Gaming geht auch in Ordnung, aber anspruchsvollere 3D-Games wie "Fortnite" solltet ihr hier nicht ins Rennen schicken. Und wer auch ein bisschen Work im Sinn hat, sollte endgültig eher auf das Alexa 12 Pro blicken. Für sich genommen kann das Alexa Tablet 11 aber durchaus das passende Gerät für euch sein. Der Preis ist fair für das Gebotene und wenn ihr ohnehin im Amazon-Kosmos verwurzelt seid, dann lohnt es sich, einen Blick zu riskieren.
- Schnelle Performance, Akku für den ganzen Tag: Bis zu 15 Stunden Videowiedergabe. Flotte Performance mit...
- Beeindruckendes Display mit 2,5K-Auflösung: Schauen, Lesen und Gestalten in gestochen scharfen Details...
- Fühlt sich so gut an, wie es aussieht: dünnes, leichtes und robustes Aluminium-Unibody-Design.
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4 days ago
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