Amazfit hat kürzlich mit der T-Rex Ultra 2 eine neue Outdoor-Smartwatch für gehobene Ansprüche vorgestellt – zum entsprechenden Preis. Das Wearable kostet nämlich satte 549,90 Euro. Bei so einer Preisempfehlung muss man sich schon etwas direkter am Platzhirsch Garmin messen lassen. Punkten soll das neue Modell unter anderem mit einer gegenüber dem Vorgängermodell um 74 % erhöhten Akkukapazität und leichtem Titan (Grade 5) für die Gehäuseunterseite, die Lünette und die Tasten. Ich konnte die kluge Uhr inzwischen für euch ausprobieren.
Auch wenn die Nummerierung etwas inkonsequent wirkt: die Amazfit T-Rex Ultra 2 ordnet sich im Line-up des Anbieters noch oberhalb der von Benny getesteten T-Rex 3 Pro ein. Das spiegelt sich unter anderem in der Größe wider, denn mit ihrem 51-mm-Gehäuse ist diese Smartwatch ein ganz schöner Brecher. Für zierliche Handgelenke ist dieser Hoschi aus meiner Sicht jedenfalls nichts. Das Gewicht beträgt 89,2 g und ist am Handgelenk entsprechend spürbar. Aber: Dieses Modell will auch keine Alltagsuhr sein, sondern visiert speziell Menschen an, die sich gerne in die ungezähmte Wildnis wagen.
Technische Eckdaten der Amazfit T-Rex Ultra 2
| Gehäusematerial | Titan Güteklasse 5 |
| Display | 1,5 Zoll, AMOLED (480 x 480 Pixel) |
| Displaymaterial | Saphirglas |
| Spitzenhelligkeit | 3.000 Nits |
| Abmessungen | 51 × 51 × 14,3 mm |
| Taschenlampe | Ja (weißes oder grünes Licht) |
| Audio | Mikrofon & Lautsprecher |
| Bluetooth-Anrufe | Ja |
| Sportmodi | 180+ |
| Wasserbeständigkeit | 10 ATM, bis 45 m Freitauchen, Sporttauchen |
| Navigation | Vorinstallierte Offline-Karten, Basiskarten, Höhenlinienkarten, Skigebietskarten, POI-Suche, Routenplanung, Rundreisen, automatische Routenneuberechnung |
| Armbandbefestigung | 26-mm-Schnellverschluss |
| Batteriekapazität | 870 mAh |
| Typische Akkulaufzeit | Bis zu 30 Tage |
| GPS – Präzisionsmodus | Bis zu 50 Stunden |
| Betriebssystem | Zepp OS 5 |
| Besondere Funktionen | Zweifarbige Taschenlampe, Barometer- & Sturmwarnungen, Höhenwarnungen, Zepp Coach, BioCharge, BioTracker, NFC-Zahlungen (Zepp Pay), Wi-Fi (2,4 GHz) |
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 bietet euch 170 Sportmodi an, integriert Offline-Karten und bietet auch Mikrofon und Lautsprecher sowie eine integrierte Taschenlampe. Selbst bei Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius soll die Outdoor-Smartwatch noch voll funktionstüchtig bleiben. Ist es sonnig statt kalt, bleibt das AMOLED-Display dank einer Helligkeit von bis zu 3.000 Nits gut ablesbar. Eure Offline-Karten, auch Höhen- und Skipistenmaterial, könnt ihr auf 64 GByte Speicherplatz ablegen.
Ausstattung und Verarbeitung der Amazfit T-Rex Ultra 2
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 erwies sich vor der Installation des ersten Firmware-Updates als etwas störrisch. Beispielsweise „scheiterte“ die erste Kopplung mit meinem Smartphone. Nun, zumindest erhielt ich jene Meldung, alles funktionierte aber dennoch. Generell stotterte das ganze System aber hart umher, ein Phänomen, das ich so noch bei keinem anderen Wearable der Marke bemerken konnte. Nach der Aktualisierung lief dann aber alles wie gewohnt. Als Begleitung dient hier die Zepp-App, ihr könnt aber dank eigener Wi-Fi-Schnittstelle z. B. auch Updates ohne greifbares Phone direkt auf die Smartwatch laden. Dauert allerdings eine Weile, denn die Uhr unterstützt nur das 2,4-GHz-Band.
Die Verarbeitung der massiven T-Rex Ultra 2 ist schon richtig gut und das Titan an Lünette, Tasten und Unterseite macht einen sehr wertigen Eindruck. Das Armband lässt sich dabei über einen Klickverschluss leicht befestigen. Gleich vier Buttons sind zur Bedienung vorhanden, daran muss man sich anfangs etwas gewöhnen. Im Lieferumfang liegt auch ein kleiner Ladepuck bei. Ein passendes USB-C-Kabel und Ladegerät müsst ihr aber selbst vorhalten. Oben sitzt im Übrigen auch die kleine LED-Taschenlampe der Watch.
Das AMOLED-Display der Amazfit T-Rex Ultra 2 kann unter direkter Sonneneinstrahlung im automatischen Modus extrem hell werden und bleibt so immer gut lesbar. Was wiederum die Watchfaces betrifft, so habt ihr da in der Zepp-App eine breite Auswahl aus kostenlosen und kostenpflichtigen Pendants. Im Gegensatz zu den günstigeren Modellen von Amazfit nutzt die T-Rex Ultra 2 für besonders schnelle und genaue Ortung Dual-Band-GPS, was auf jeden Fall ein Mehrwert sein kann, wenn ihr es ganz genau haben wollt.
Obligatorischer Hinweis zu den NFC-Zahlungen: Die funktionieren nur via Curve. Zielgruppe der Amazfit T-Rex Ultra 2 sind dabei offiziell nicht Gelegenheitssportler. Vielmehr sind es in erster Linie anspruchsvolle Kletterer, Wanderer und Ausdauersportler, die z. B. auch in abgelegenen Gebieten unterwegs sind, in denen es oft schlecht mit einer Internetverbindung aussieht. Denn jene Gruppe profitiert ganz besonders von den Offline-Karten und der präzisen Navigation. Die Offline-Karten der Smartwatch unterscheiden nämlich z. B. zwischen unbefestigten Wegen und asphaltierten Straßen. Kombiniert mit Turn-by-Turn-Navigation über sechs Satellitensysteme ist die Uhr somit auch für mehrtägige Expeditionen ausgelegt.
Nochmal betonen möchte ich, dass diese Rugged-51-mm-Smartwatch ein richtiger Brecher ist. Mit dem Armband wiegt die Amazfit T-Rex Ultra 2 rund 80 g – das merkt man am Handgelenk. Nebenbei beim Tippen tragen – das macht daher keinen Spaß. Laut Amazfit hält die Uhr auch Freitauchen bis 45 m Tiefe aus – das habe ich nicht aufs Exempel geprüft, glauben wir es dem Hersteller also einmal. Typisch für den Anbieter ist die Akkulaufzeit ziemlich beeindruckend. Selbst mit voller Standorterkennung für die Navigation sind bis zu 50 Stunden drin – bei normaler Nutzung rund 30 Tage. Das kommt nach meiner Erfahrung gut hin, es dauert eine ganze Weile, den Akku leerzusaugen.
Auch wenn die Amazfit T-Rex Ultra 2 links und rechts Tasten mitbringt, hat es bei mir beim Krümmen des Handgelenks keine versehentlichen Betätigungen gegeben. Das liegt einerseits an der Dicke der Smartwatch und andererseits an den robusten Titan-Tasten, die ein wenig Druck voraussetzen, der nicht so leicht nebenbei zustande kommt.
Praxistest
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 verfügt über Lautsprecher und Mikrofon. Der Speaker ist ab Werk ziemlich aktiv, da er bei Workouts regelmäßig Ansagen macht. Dies kann man glücklicherweise granular deaktivieren. Ihr habt also die Chance, das Plappermaul z. B. nur beim Training abzuschalten oder systemweit die Sounds auszuknipsen. 180 Sportmodi stehen zur Auswahl. Wer die Uhr im Fitnessstudio nutzt und an verschiedenen Geräten trainiert, wird aber weiterhin damit leben müssen, dass ihr entweder zerschossene Ergebnisse erhaltet, oder an jeder Station ein neues, passendes Training starten müsst.
In der Begleit-App Zepp könnt ihr euch auf Wunsch auch Trainingspläne erstellen lassen, das ist aber so eine Spielerei, die auch Gemini und Co. für euch übernehmen können. Die Amazfit T-Rex Ultra 2 hat bei mir beim Tippen keine Phantomschritte gezählt, lange tragen mochte ich sie am Rechner allerdings nicht. Dafür ist sie schlichtweg zu schwer und klobig. Dabei kann euch die Smartwatch natürlich auch auffordern stündlich aufzustehen, euren Puls überwachen, den Schlaf tracken, das Wetter anzeigen und was man so gewohnt ist.
Beim Laufen hat die Amazfit T-Rex Ultra 2 nach meinem Eindruck zu hohe Pulsraten gemessen, was auch der Vergleich mit Ruhezeiten zeigt, wo die Ergebnisse realistischer wirken. Da würde ich mich auf die Genauigkeit also beim Training leider nicht zu sehr stützen. Eine EKG-Funktion fehlt, aber die Uhr kann die Blutsauerstoffsättigung und euer Stresslevel schätzen. Es gibt übrigens in der Zepp-App auch einen App-Store mit Zusatzanwendungen und natürlich Watchfaces. Manche Apps und Zifferblätter sind kostenlos, andere erhaltet ihr nur gegen Geld. Ihr könnt auch eigene Musikdateien auf den großzügigen Speicher des Wearables hieven. Direkte Vernetzungen mit z. B. den Offline-Funktionen von Musikstreaming-Diensten wie Spotify gibt es jedoch nicht. Ihr könnt die Musikwiedergabe des Smartphones über die Uhr jedoch fernsteuern.
Vorausgesetzt, ihr erteilt die entsprechenden Berechtigungen, zeigt euch die Amazfit T-Rex Ultra 2 auch Benachrichtigungen an und ihr könnt zumindest auf SMS auch an der Uhr antworten. Anrufe lassen sich an der Uhr ebenfalls annehmen oder ablehnen. Auch die Offline-Navigation funktioniert mit heruntergeladenen Karten grundsätzlich gut, ist aber ziemlich sperrig zu bedienen an dem kleinen Bildschirm. Als Standard sind nur Basis-Karten enthalten. Wollt ihr wirklich genau navigieren und Details sehen, müsst ihr zusätzliche Detailkarten für das jeweilige Gebiet vorab herunterladen. Das ist kostenlos. Wollt ihr allerdings Laufstrecken vorab kreieren / übertragen, kommen manchmal komische Dinge heraus. Etwa gibt es in der Nähe hier ein Naturschutzgebiet und die Smartwatch wollte mich vereinfacht gesagt zum Teil lieber durch wilde Trampelpfade schicken als über die breiten Hauptwege, was eine seltsame Wahl ist.
Das GPS-Tracking ist allerdings tatsächlich extrem genau, sodass ihr auch kleine Schwenks beim Laufen am Ende beim Nachvollziehen eurer Route exakt nachvollziehen könnt. Praktisch ist tatsächlich auch die integrierte Taschenlampe, die beim Wandern auch mal einen dunklen Weg erleuchten kann. Die LED-Lampe leuchtet wahlweise weiß oder grün. Das bringt aber eher mal beim Spazierengehen was, denn beim schnelleren Laufen benötigt ihr immer noch eine stärkere Stirnlampe.
Mein Fazit
Die Amazfit T-Rex Ultra 2 ist eine aufgewertete Version der T-Rex 3 Pro, die beim Preis etwas über das Ziel hinausschießt. Denn angesichts der Kosten von 549 Euro muss man sich mit z. B. der Suunto Vertical 2 oder auch der Garmin Venu X1 messen. Beide Modelle sind für den Sport ziemlich stark und bieten aus meiner Sicht umfangreichere bzw. ausgereiftere Ökosysteme. Hier kann man Amazfit kleinere Schwächen angesichts des Preises schlichtweg nicht mehr verzeihen.
Im Ergebnis ist die Amazfit T-Rex Ultra 2 eine extrem robuste, aber auch sehr massive, Outdoor-Smartwatch mit technischen Ecken und Kanten, wie die Routenplanung und die ungenaue Pulsmesssung zeigen. Stärken sind das exakte GPS-Tracking, die hervorragende Verarbeitung und das helle Display. Für viele Anwende dürfte aber am Ende des Tages die T-Rex 3 Pro das bessere Deal sein – oder eines der genannten Konkurrenzmodelle in der gleichen Preisklasse.
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1 week ago
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