Amazfit Cheetah 2 Pro im Test

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Amazfit hat vor einigen Wochen mit der Cheetah 2 Pro eine neue Smartwatch speziell fürs Laufen vorgestellt. Viele Funktionen ähneln jedoch den bekannten Modellen des Anbieters. Beispielsweise könnt ihr auch bei diesem Wearable ein rundes AMOLED-Display mit 1,32 Zoll Diagonale und 3.000 Nits Helligkeit, NFC zum Bezahlen (nur via Curve) und genaue Standorterkennung mit Dual-Band einsetzen. Für einen Test habe ich mir diese Laufuhr einmal genauer angeschaut.

So kann die Amazfit Cheetah 2 Pro auf Wunsch euren Puls im Sekundentakt messen, die Laktatschwelle schätzen und soll mit ihrem Gehäuse aus Titan und dem durch Saphirglas geschützten Display einiges an Strapazen aushalten. Wie bei den T-Rex-Modellen ist auch eine Taschenlampen-Funktion an Bord. Die Laufuhr misst 48 x 48 x 13,2 mm und ist bis zu 5 ATM wasserdicht.

Zur Ausstattung zählen auch Mikrofon und Lautsprecher, sodass ihr Bluetooth-Telefonate mit dem Wearable führen könnt. Ich will aber gar nicht zu lange herumreden, es folgt deswegen eine Tabelle mit den wichtigsten Eckdaten.

Kategorie Technische Daten der Amazfit Cheetah 2 Pro
Design Farben: Titan
Abmessungen:
– Bildschirm (Saphirglas): 43,8 × 43,8 mm
– Gehäuse (Standard): 48 × 48 mm
– Dicke inkl. Sensor: 15,6 mm
– Dicke ohne Sensor: 13,2 mm
Gewicht (ohne Armband): 45,6 g
Gehäusematerial: Titan Grad 5 (Rahmen & Gehäuse), Aluminium (Knöpfe), Kunststoff (Lünette)
Tasten: 4
Wasserfestigkeit: 5 ATM
Display Typ: AMOLED
Größe: 1,32″
Spitzenhelligkeit: bis 3.000 Nits
Auflösung: 466 × 466
PPI: 353
Touchscreen: Saphirglas
Batterie Kapazität: 540 mAh
Typische Nutzung: bis 20 Tage
Intensive Nutzung: bis 10 Tage
AoD-Modus: bis 8 Tage
Präzises GPS: bis 31 h
GPS + Musik: bis 15 h
GPS + AoD: bis 26 h
GPS-Energiesparmodus: bis 69 h
GPS verlängerte Laufzeit: bis 99 h
Sensoren Gesundheit: BioTracker 6.0 PPG (5PD + 2LED)
Bewegung: Beschleunigung, Gyroskop, Umgebungslicht, geomagnetisch, Temperatur, Barometer
Positionierung: Dualband, 6 Satellitensysteme
Verbindung: Bluetooth BLE 5.3, Wi-Fi 2,4 GHz
Sonstiges Interner Speicher: 32 GB
Taschenlampe: Rot & Weiß
Mikrofon: Ja
Lautsprecher: Ja
Motor: Linearmotor
Armband Material: Silikon
Breite: 20 mm
Verschluss: Dornschließe
Lieferumfang Smartwatch (mit Standardarmband)
Magnetisches Ladegerät (ohne Kabel)
Bedienungsanleitung
Kompatibilität Android 7.0+
iOS 14.0+
App: Zepp
Sport Sportmodi: 170+
Intelligente Erkennung: 25 Kraftübungen, 8 Sportbewegungen
Trainingsvorlagen & Intervalle
Erweiterte Laufunterstützung: Zepp Coach, Laktatschwelle, Laufleistung, Bodenkontaktzeit, Bahnlaufmodus, Streckenkorrektur, virtueller Tempomacher
Verbindung zu Sensoren: HF-Gurt, Laufleistungsmesser, Fahrrad Power/Speed/Cadence
Trainingsstatus: PeakBeats
Drittanbieter-Sync: Runna, Strava, TrainingPeaks, Intervals.icu, Google Fit, Apple Health
Komfort: Live-Daten, Abbiegehinweise, bedingte Pause
Gesundheit BioCharge
24-h-Überwachung: Herzfrequenz, SpO2, Stress, Hauttemperatur
Manuelle Messung: HF, SpO2, Stress, Fingertippmessung
Schlaftracking: HRV, REM, Nickerchen, Atemqualität, Schlafscore
Atemübungen
Gesundheitserinnerungen: hoher/niedriger Puls, niedriger SpO2, hoher Stress
Weitere Features: PAI, HF-Erholung, Menstruationszyklus, Wild.AI
Lifestyle KI-Assistent: Zepp Flow
Karten & Organisation: Mitgliedskarten, Abkürzungskarten, Events, Aufgabenliste
Smartphone-Funktionen: Musiksteuerung, Kamera (iOS), Anrufe, SMS, App-Benachrichtigungen, Schnellantwort (Android), Telefon finden
Timing: Wecker, Weltuhr, Stoppuhr, Pomodoro
Alltag: Wetter, Thermometer, Bewegungs-Erinnerung, Passwort, DND, Sprachmemo, Morgen-Updates

Amazfit will auch bei der Cheetah 2 Pro wieder mit überdurchschnittlichen Akkulaufzeiten punkten. So soll die Sport-Smartwatch bis zu 20 Tage durchhalten, wenn ihr sie durchschnittlich nutzt. Selbst bei kontinuierlicher Standorterkennung mit aktivem Display sollen es immerhin noch rund 26 Stunden sein. Als Begleit-App dient wieder Zepp. Falls euch die Hersteller-Anwendung nicht sonderlich begeistert, könnt ihr die Trainingsdaten jedoch auch mit z. B. TrainingPeaks und Strava synchronisieren.

Design und Verarbeitung der Amazfit Cheetah 2 Pro

Amazfit verbaut in der Cheetah 2 Pro den neuen Dual-Light-5PD-Herzfrequenzsensor, den man an der Unterseite erspähen kann. Dieser soll besonders akkurate Messergebnisse liefern. An beiden Seiten der Uhr befinden sich dann jeweils zwei Tasten, die zum Glück nicht weit aus dem Gehäuse hervorstechen und farblich gekennzeichnet sind. Im Übrigen sei noch einmal klargestellt: Ihr könnt die 449,90 Euro teure Sportuhr natürlich nicht nur zum Laufen verwenden. Tatsächlich kann sie über 170 Sportarten tracken. Darunter sind verschiedene Ausdauer-, Funktions- und Krafttrainings.

Die Begleit-App Zepp hilft euch nicht nur, Firmware-Updates durchzuführen, Trainingszusammenfassungen durchzugehen und zusätzliche Apps herunterzuladen, sondern auch, Watchfaces auszuwählen. Dabei sind einige der digitalen Zifferblätter und Apps kostenlos, andere kosten Geld.

Da Teile des Gehäuses der Amazfit Cheetah 2 Pro aus Titan bestehen, fühlt sich diese sehr wertig an. Aber auch das AMOLED finde ich wieder sehr überzeugend, denn es bleibt aufgrund der hohen Spitzenhelligkeit auch im direkten Sonnenlicht gut ablesbar. Die erwähnten vier Buttons hätte ich lieber wieder gegen die drehbare Krone des Vorgängermodells getauscht, da ich die beiden Tasten auf der Innenseite des Handgelenks unpraktisch finde. Hat aber seine Vor- und Nachteile.

Mit einem Gewicht von fast 46 g, ohne Armband, bemerkt man die Cheetah 2 Pro durchaus am Handgelenk. Beim Arbeiten am Computer hat mich die Smartwatch deswegen eher gestört. Ich bin allerdings generell im Alltag kein Uhrenträger und entsprechend empfindlich. Auffällig ist die Uhr auch dennoch, weil sie mit 13,2 mm recht dick ausfällt. Die Dicke ergibt sich auch aus dem recht großzügigen Akku.

Wer also Wearables von Garmin gewöhnt ist, wird die Amazfit Cheetah 2 Pro möglicherweise als klobig empfinden. Und gerade beim Laufen kann das durchaus auch ein Störfaktor sein. Ihr zahlt hier also für die langen Laufzeiten eben durchaus beim Tragekomfort einen Preis.

Praxistest

Mein größter Kritikpunkt an der Amazfit Cheetah 2 Pro vorneweg: Die Sport-Smartwatch soll sich speziell an Läufer richten, verfügt aber aus meiner Sicht schwerlich über Alleinstellungsmerkmale. Im wuchernden Angebot des Anbieters fühlt sich dieses Modell ein wenig an wie ein Zwischenschritt zwischen einer Active Max und den T-Rex-Outdoor-Modellen. Doch ein wirklicher Fokus auf Läufer ist, abseits des Marketings, kaum zu erkennen. Letzten Endes ähneln der Funktionsumfang und Design dafür zu stark den anderen Wearables der Marke.

Beispiel: Hardcore-Läufer gehen bei Wind und Wetter fürs Training vor die Tür. Doch bei Regen lassen Wassertropfen den Screen ohne Sperre schnell verrücktspielen. Auch musste ich feststellen, dass es trotz Dual-Band-GPS manchmal bei der Standorterkennung eine leichte Verzögerung gibt. Wer zudem das Schlaftracking von etwa Whoop gewohnt ist, wird die Auswertungen in der Zepp-App etwas oberflächlich finden. Das klingt erstmal alles sehr kritisch? Ich wollte die geballten, von mir wahrgenommenen Mankos einfach lieber vorausschicken.

Das AMOLED-Display der Amazfit Cheetah 2 Pro ist hervorragend, reagiert schnell und bleibt auch bei direktem Sonnenlicht erstklassig ablesbar. Es gibt aber einen deutlichen Rand rund um den Bildschirm, was mancher Träger als weniger elegant empfinden dürfte. Die integrierte LED-Taschenlampe an der Oberseite kann im Übrigen weiß und rot leuchten. Um eine Strecke zu beleuchten, ist das Licht zwar zu schwach, kann aber durchaus mal eine Orientierungshilfe sein.

Die Pulsmessungen der Cheetah 2 Pro wirken auf mich sehr genau und sie zeigen auch bei schnellerem Joggen oder kurzen Pausen an, beispielsweise an einer Ampel direkt die sich veränderten Werte. Die Schätzungen zu eurer Laktatschwelle solltet ihr hingegen wohl mit Vorsicht genießen. Als kurze Einordnung: Diese Schwelle legt im Wesentlichen euer maximales Tempo fest, das ihr laufen könnt, bevor eure Muskeln übersäuern. Ziel von Langstreckenläufern ist es natürlich, diese Schwelle anzuheben. Im Ergebnis können sie dann länger durchgehend bzw. ein höheres Tempo laufen, bevor die Muskeln ermüden.

Die Wearables von Amazfit haben die Tendenz, die Laktatschwelle deutlich niedriger anzusetzen als z. B. Konkurrenzprodukte von Garmin. Das wird auch aktuell in vielen Communities bemängelt. Denn: Wer sich danach richtet und dann im Grunde zu langsam für sein reales Leistungsniveau läuft, kann sich nicht effizient steigern. Möglich ist natürlich, dass die Schätzungen der Cheetah 2 Pro auf Dauer akkurater werden. In meinem Testzeitraum lagen sie aber unter meinem ohnehin nicht allzu hohen Leistungsniveau als Gelegenheitsläufer.

Wie schon erwähnt, kann die Cheetah 2 Pro allerdings auch allerlei andere Workouts tracken. Amazfit wirbt mit einer schieren Anzahl von über 170 Sportarten. Darunter sind allerdings auch Exoten wie Drachen steigen lassen, E-Sport oder Schach. Lasst euch da also nicht blenden, denn bei vielen Einträgen kann man sich schon fragen, wie sinnvoll diese sind. Ihr könnt mit der Smartwatch auch navigieren – mit farbigen Konturkarten, was sehr gut klappt. Trailrunner haben dabei auch die Chance, an der Uhr z. B. nach Hütten zu suchen. Im Übrigen könnt ihr mit der Watch auch schwimmen, denn sie ist bis 10 ATM wasserdicht.

Mein Fazit

Im Ergebnis ist die Amazfit Cheetah 2 Pro eine sauber gestaltete Smartwatch mit tollem AMOLED-Display, vielseitigen Workout-Optionen und akkurater Pulsmessung. Vor allem die enorme Akkulaufzeit, die im Alltag tatsächlich den Herstellerangaben entspricht, dürfte viele Leser begeistern. Doch frei von Mankos ist dieses Wearable nicht.

So ist die Navigation etwas ungenau, die Schätzung der Laktatschwelle in meinem Test fragwürdig und der generelle Funktionsumfang sehr nahe an anderen Modellen des Herstellers. Zum Preis von 449,90 Euro muss sich die Cheetah 2 Pro z. B. direkt mit der Garmin Forerunner 570 messen, die ein extrem starker Rivale ist.

Aus meiner Sicht müsste die Cheetah 2 Pro den Fokus in Design und Funktionsumfang sowie Genauigkeit der Messungen noch stärker auf Läufer legen und ein paar der Allround-Funktionen deswegen vielleicht über Bord werfen. Amazfit ist auf dem richtigen Weg, müsste sich aber trauen, noch etwas weiterzugehen.

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