Tiktok hat Daten von EU-Nutzern unerlaubt nach China geschickt. Die Plattform hat damit gegen EU-Recht verstoßen – und muss nun 530 Millionen Euro Strafe zahlen.
Aktualisiert am 2. Mai 2025, 13:01 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, akm
Die Internetplattform Tiktok muss wegen Verstößen gegen den europäischen Datenschutz eine Strafe von 530 Millionen Euro zahlen. Die zuständige irische Datenschutzkommission DPC verhängte die Zahlung wegen der Weitergabe von Daten nach China.
Tiktok habe gegen die Datenschutz-Grundverordnung verstoßen, weil das Unternehmen europäische Nutzerdaten nach China weitergeleitet und auch gegen Transparenzanforderungen verstoßen habe, hieß es in der Mitteilung.
Der Plattform werde nun auferlegt, die Millionenstrafe zu zahlen und seine Datenverarbeitung innerhalb von sechs Monaten so anzupassen, dass sie den Regeln entspreche. Gegen die Strafe kann Tiktok noch Einspruch erheben.
Tiktok erklärte, es habe "nie eine Anfrage" der chinesischen Behörden für europäische Nutzerzdaten erhalten. "Wir sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und beabsichtigen, sie in vollem Umfang anzufechten."
Tiktok machte offenbar unkorrekte Angaben
Während der Untersuchung habe Tiktok mitgeteilt, keine Nutzerdaten aus Europa auf Servern in China zu lagern, teilte die irische Aufsichtsbehörde mit. Im April habe die Plattform allerdings eingeräumt, dass das in begrenztem Umfang doch passiert sei und inkorrekte Angaben gemacht worden seien.
Die Datenschutz-Grundverordnung verlange, dass das hohe Maß an Datenschutz innerhalb der EU auch dann gelte, wenn persönliche Daten an andere Länder weitergegeben würden, teilte DPC-Vizechef Graham Doyle mit. Tiktok habe aber nicht garantieren können, dass Daten europäischer Nutzer, auf die Mitarbeiter in China Zugriff gehabt hätten, ähnlich geschützt seien wie in der EU. Tiktok habe damit etwa nicht den möglichen Zugang chinesischer Behörden berücksichtigt.
EU erwägt weitere Schritte gegen Tech-Unternehmen
Die DPC ist die verantwortliche Aufsichtsbehörde für Tech-Unternehmen, die ihre europäische Niederlassung in Irland haben. Dort wurden deswegen schon öfter Millionenstrafen erlassen. 2021 war Amazon mit einer Strafe in Höhe von 746 Millionen Euro belegt worden, 2023 hatte der Meta-Konzern 1,2 Milliarden Euro zahlen müssen. Auch Tiktok war bereits 2023 mit einer Strafe in Höhe von 345 Millionen Euro belegt worden, damals ging es um den Umgang mit Daten von unter 18 Jahre alten Nutzerinnen und Nutzern.
Die irische Datenschutzkommission teilte zu der neuen Strafe nun mit, man nehme den Fall sehr ernst. Nach Angaben von Tiktok seien die Daten inzwischen gelöscht. Man erwäge aber in Absprache mit EU-Datenschutzbehörden weitere regulatorische Maßnahmen.
Nicht nur in der EU hat Tiktok Probleme. US-Behörden werfen dem Unternehmen vor, der Mutterkonzern Bytedance missbrauche die vor allem bei Jugendlichen populäre Plattform im Dienste Chinas zum Ausspionieren seiner Kunden.



